Oldenburg - Die Preise für Taxi-Fahrten liegen in Oldenburg im Landesvergleich im oberen Viertel. Das hatte das Büro „Linne und Krause“ im Auftrag der Stadt im Frühjahr ermittelt. Ab Januar sollen die Preise erneut steigen. Der Tarif für Fahrten tagsüber soll demnach um 5,3 Prozent angehoben werden, der Nachttarif sogar um 8,3 Prozent. Das hat die Bezirksgruppe Oldenburg im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen bei der Stadt beantragt. Zum 1. Januar 2020 will die Branche die Preise um weitere 1,3 Prozent (Tag- und Nachtfahrten) anheben.
„Der Mindestlohn steigt im Januar 2019 von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro“, begründet Hajo Agena, Geschäftsführer des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe in Oldenburg, den Antrag. „Und zum 1. Januar 2020 soll er sogar auf 9,35 Euro klettern.“ Lesen Sie ein Pro und Contra :Leistung muss passen Gegen Erhöhung
Agena begrüßt den Lohnanstieg. „Aber ein Taxi-Unternehmen kann diese Kosten nicht auffangen.“ Auch die Nachtzuschläge würden – zusätzlich zur allgemeine Kostensteigerung – angehoben. „All dies rechtfertigt die Anhebung, zumal viele Unternehmen in den vergangenen Jahren in die Qualität investiert und neue Fahrzeuge angeschafft haben.“
Der Verkehrsausschuss beschäftigt sich am kommenden Montag (17 Uhr, Technisches Rathaus) mit dem Antrag der Taxi-Unternehmen. Die Verwaltung werde den Antrag prüfen und die vorgeschriebenen Stellungnahmen der IHK, der Gewerkschaften, des Gewerbeaufsichtsamtes und des Eichamtes einholen, kündigt die Stadt an.
Die Verwaltung macht keinen Hehl daraus, dass sie den Antrag kritisch untersuchen will. Es gebe Informationen, wonach sogar einige Unternehmern Bedenken gegen eine Tariferhöhung geäußert hätten. Auch dies werde die Verwaltung prüfen.
Branchen-Sprecher Agena bestätigt die unterschiedlichen Sichtweisen. „Wir haben lange darüber diskutiert und dann eine demokratische Mehrheitsentscheidung getroffen“, sagt der Geschäftsführer. Kleine Firmen, bei denen der Unternehmer selbst fährt und die keine hohen Personalkosten haben, würden eher günstiger anbieten. „Aber wir brauchen auch große Betriebe mit zehn bis zwölf Fahrzeugen – sonst sind die Aufträge nicht zu bewältigen“, verteidigt Agena die beantragte Preisanhebung.
Der Branchen-Sprecher hält die Zahl der Taxis in Oldenburg mit rund 120 für ausreichend. „Wir hatten bis vor einigen Jahren mal 160 und mehr – nach einer Insolvenz ging die Zahl auf rund 110 zurück.“ Das war zuwenig. Wie in vielen anderen Branchen sei es schwierig, Personal anzuwerben. „Fahrzeuge anschaffen alleine reicht nicht.“
Wie geht es weiter? Die Stadtverwaltung will die Stellungnahmen auswerten und dann dem Verkehrsausschuss einen Beschluss vorschlagen.
