OLDENBURG - Als Pendler mit Arbeitsplatz in Oldenburg verlässt sich der Kirchhatter Gerald Riedel auf öffentliche Verkehrsmittel. Bei der Wahl zwischen Buslinie 270 nach Kirchhatten und Nordwest-Bahn nach Sandkrug entschied sich Riedel in letzter Zeit oft für die Bahn, da der Bus in Oldenburg wegen Baustellen häufig verspätet war. Vor einigen Tagen hat Riedel diese Wahl bereut. Auch die Nordwest-Bahn kam mit Verspätung in Sandkrug an und durchs Zugfenster sahen Riedel und andere Pendler ihren Anschlussbus, den „Hatten-Shuttle“, wegfahren.

„Die Schranken waren unten, unser Zug fuhr ein, da muss der Fahrer doch noch kurz warten“, ärgerte sich Riedel. Beim Taxiunternehmen Barkemeyer, das den „Hatten-Shuttle“ betreibt, wurde ihm gesagt, der Bus sei nicht verpflichtet, auf den Zug zu warten. Die Anschlussbusse in Kirchhatten müssten pünktlich erreicht werden.

Das sieht auch Weser-Ems-Bus-Leiter Helmut Fokkena grundsätzlich so. Der Fahrplan sei auf die Busverbindungen abgestimmt. „Wenn wir in Sandkrug warten, müssen in Kirchhatten die Busse auch länger stehen bleiben.“ In diesem Fall hat sich Fokkena dennoch entschuldigt. „Wenn die Fahrgäste den Bus noch aus dem Zugfenster sehen, ist das sehr ärgerlich. Der Fahrer hätte warten müssen.“

Unternehmer Gerd Barkemeyer ist anderer Meinung: „Der Fahrer hat alles richtig gemacht. An diesem Tag ging es nicht länger.“ Er habe gegenüber Weser-Ems-Bus schon angesprochen, dass die Zugverbindungen in Sandkrug in den Fahrplan eingearbeitet werden sollten. Fokkena prüft die Anregung, kurzfristig sei eine Änderung aber nicht möglich. Bei Gerald Riedel ist der Zorn mit der Entschuldigung verraucht. Bisher hätten die Pendler, die mit dem Zug in Sandkrug ankommen, nicht gewusst, dass der Bus nicht auf sie warten muss. Auch er wünscht sich aber, dass der Fahrplan angepasst und die Fahrgäste der Nordwest-Bahn künftig berücksichtigt werden.