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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Energiewende – und wie geht es weiter?

31.08.2017

Oldenburg Energie aus erneuerbaren Quellen fließt bisher ganz überwiegend in die Stromversorgung. Das Potenzial anderer Sektoren – also vor allem Wärme und Verkehr – wird kaum genutzt. Das soll sich ändern. Und dies wird zur Chance für Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet. „Die Sektoren-Koppelung, verbunden mit Digitalisierung und neuen Geschäftsmodellen, wird das bestimmende Thema“, sagte Roland Hentschel, Vorsitzender des regionalen Energieclusters Olec (Oldenburg), am Mittwoch am Rande der Jahrestagung des Netzwerkes im Oldenburger Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE).

Die Kommunen, so Hentschel, spielten für die nun nötigen Schritte bei Projekten für Wärme und Verkehr eine Schlüsselrolle. Bei der „Elek­trifizierung von Wärme und Verkehr“ lauere eine große Chance, auch zur Erreichung der Klimaziele. Der Wärmesektor brauche aber einen „Push“ durch Förderung.

Für Lösungen der Zukunft seien „vielerlei Kompetenzen“ erforderlich, betonte BFE-Direktor Thosten Janßen. Diese müssten möglichst von den Kommunen für konkrete örtliche Projekte lösungsorientiert an einem Tisch versammelt werden. Am Ende müssten ein Konzept und Aufträge stehen. Im BFE würden die Fachkräfte ausgebildet, die solche „Smart-City-Projekte“ umsetzen könnten.

Basis für Projekte für mehr Energieeffizienz und das große Ziel der CO2-Einsparung müsse vor Ort immer die Analyse sein: Wie sind vor Ort die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten? Das betonte Fabian Schmitz-Grethlein vom Verband Kommunaler Unternehmen (VKU). Das sei vor Ort bereits in diverse Projekte für Wärmeversorgung und Verkehrslösungen mit Strom geflossen.

Sektoren-Koppelung – also die Nutzung des Ökostroms in neuen Bereichen – war das zentrale Thema der Olec-Jahrestagung. Letztlich ging es damit aber auch um die Frage: Wie geht es mit der Energiewende überhaupt weiter?

Auch Ulrich Benterbusch, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium, konstatierte: „Wenn wir über Energiewende sprechen, dann geht es bisher um Stromwende, selten um Wärmewende oder Verkehrswende.“ Im Verkehr sei unterm Strich im Hinblick auf Klimaziele quasi „nichts geschafft“. Benterbusch bezeichnete die Rahmenbedingungen für Änderungen als ungünstig, also etwa für Energieeffizienz-Investitionen. Der Ölpreis sei niedrig – und werde es wohl sehr lange bleiben. Der Experte regte an, Ökostrom von Steuern und Abgaben zu entlasten und zugleich CO2 mit einer Abgabe zu belegen.

Bei der Olec-Tagung wurde deutlich, dass in der Region an vielen Energiewende-Projekten geforscht wird – bis hin zu Elektromobilität und Wasserstoff-Anwendung in Oldenburg (DLR-Institut), optimierten Energiehandel (Uni Oldenburg) und Experimente in Stadtquartieren (Arsu) oder Eigenerzeugung und -verteilung in Wohn-/Gewerbegebieten (Ingenieur-Netzwerk).

Am Rande waren aber auch Sorgen zu hören: Werden Riesen wie Google mit ihrem Tempo wichtige Märkte besetzen, bevor Deutschland in die Gänge kommt? Experten sehen Deutschland etwa bei der Online-Messung des Stromverbrauchs (Smart Meter) – einem Schlüsselthema – schon im Rückstand. Weiteres Beispiel: Für Wasserstoff, der als eine Antriebsart der Zukunft gilt, gibt es in Oldenburg zwar Forschung und erste Autos, aber keine Tankstelle. Die Naheste ist in Bremen.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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