OLDENBURG - Gut Ding will Weile haben: Nach über 13-jähriger Vorplanung ist das Ende des Parkplatz-Notstandes rund um das Evangelische Krankenhaus nun endlich in Sicht. Am Donnerstag gaben Dr. Gyde Jungjohann und Thomas Kempe, Medizinischer bzw. Kaufmännischer Vorstand des Krankenhauses, die Entscheidung im Architektenwettbewerb für ein großes Parkhaus an der Auguststraße bekannt. Der Entwurf des Elmshorner Architektenbüros GRS Reimer erhielt nach einstimmigem Votum der Jury den ersten Preis.
„Wenn der letzte Umzugswagen der Feuerwehr vom Hof ist, also Ende 2011, wird der Neubau starten“, kündigte Kempe an. Rund 15 Monate später soll das Gebäude an der Ecke Auguststraße/Zeughausstraße in Betrieb genommen werden. Zurzeit residiert auf dem Grundstück noch die Feuerwache I, deren Neubau an der Bürgerfelder Straße bereits hochgezogen wird.
Mehrere Millionen Euro teuer ist das Projekt des Evangelischen, es liege aber im vorgebenen Rahmen, betonte Kempe. Und diese Ausgaben beschränken sich nicht nur auf ein Parkhaus mit rund 450 Stellplätzen, in das Gebäude integriert wird auch das Medizinische Versorgungszentrum Oldenburg (MeVO) mit Einrichtungen für plastische und Handchirurgie, Pädaudiologie, Neurochirurgie, Unfallchirurgie und Neurologie. Dazu kommen die Notdienstpraxis, eine Kinder-Notfallambulanz, eine Apotheke und ein Kiosk.
„Uns lag ein ganzheitlicher Ansatz für das Quartier am Herzen“, meinte Kempe. „Eine Lösung für die akute Parkplatznot, die gleichzeitig eine echte Weiterentwicklung für unser Haus bedeutete, aber auch Aspekte von Denkmalschutz und Stadtplanung berücksichtigt.“
Diese Merkmale finden sich in allen zwölf Entwürfen, das empfand auch Jury-Vorsitzender Prof. Jörg Friedrich (Hamburg) so. „Hier wurde an anspruchsvollem Ort geplant“, sagte er und lobte. „Wert und Würde des Altbaus wurden von allen geschätzt.“
Das trifft in auffälliger Weise auf den Siegerentwurf zu: Reimer „versteckt“ das kompakte und platzsparende Parkhaus hinter der alten Ziegelstein-Fassade des Zeughauses, von dem sich das MeVO mit einer Glas-Metall-Lamellen-Fassade deutlich absetzt. Mit einem breiten Durchgang wird auch die Fachhochschule an den neuen Quartiersmittelpunkt angebunden. „Uns war wichtig, dass die Besucher des Gebäudes sich schnell und gut orientieren können“, sagte Architekt Reimer, dessen Büro als „Parkhaus-erfahren“ gilt. Optisch und funktional interessant ist die etwa zwei Meter breite Fuge zwischen der alten Fassade und dem neuen Parkhaus.
Bis zum Freitag, 10. Dezember, sind alle eingereichten Entwürfe im Lichthof der Fachhochschule (Ofener Straße 16, jeweils 8 bis 19 Uhr) öffentlich ausgestellt.
GRS Reimer Architekten (Elmshorn) mit Helge Reimer, Jens Schetter, Daniel Krönung, Marc Teufel
Angelis + Partner Architekten (Oldenburg) mit Alexis Angelis; Architekt Werner Hülsmeier Plan Concept GmbH (Osnabrück); Reinders Architekten (Osnabrück) mit Klemens Hölscher und Axel Winter
Architekt Heinrich Gewinner (Oldenburg), ATOC GmbH von Dipl.-Ing. Andreas (Köln), Planungsbüro Rohling von Dipl.-Ing. Heinz Eustrup (Osnabrück), Architekt und Stadtplaner Wolfgang Kantorski (Münster), Architektenbüro Droste & Partner von Volker Droste (Oldenburg), Architekt Ulrich Recker (Westerstede)
