OLDENBURG - OLDENBURG/EVN - Ein einzigartiges Bauprojekt soll auf dem Gelände der ehemaligen Bahlsen-Kuchenfabrik entstehen. Davon jedenfalls sind die Verantwortlichen vom Projektnetz „tosamen“ überzeugt, die hier zwischen Stedinger Straße und Alteneschstraße eine Wohn- und Begegnungsstätte für alte, junge und behinderte Menschen entwickeln wollen (die NWZ berichtete). „Unser Ziel ist es, dass auf dem Areal verschiedene soziale Einrichtungen voneinander profitieren können“, sagte Projektleiter Egon Coners.
Die Freie Waldorfschule möchte eine Mehrzweck-Turnhalle errichten, die ebenfalls von den anderen Einrichtungen und von den Vereinen des Stadtteils genutzt werden kann. Die Janusz-Korczak-Schule, der heilpädagogische Schulzweig der Waldorfschule, will anbauen. Es gebe nämlich immer mehr Schüler – und die bräuchten Platz.
Weitere Nutzer: Der Verein „Baumhaus“ plant für Behinderte 24 Wohnheimplätze und 30 Werkstattplätze. Es soll eine Küche entstehen, die die anderen Einrichtungen mitversorgt, ein Cafe und ein Laden, der Produkte aus den eigenen Werkstätten verkauft. Außerdem wird es eine Gartenpflegegruppe geben, die sich um die Anlagen der Nachbareinrichtungen kümmert, eine Seifenwerkstatt, eine Kunsthandwerkgruppe und eine Fahrradwerkstatt. „Es ist uns sehr wichtig, dass die behinderten Bewohner nicht isoliert leben“, so Coners.
Auch alte Menschen profitieren von dem Konzept. Der Verein „Lebenskreise“ und die Hermine-Kölschtzky-Stiftung haben es sich zur Aufgabe gemacht, der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken und eine Vermischung der Generationen zu fördern. Deshalb wollen sie 24 Wohneinheiten für Menschen ab 60 Jahre, neun Appartements für junge Singles und drei Wohnungen für Alleinerziehende mit Kindern bauen. Auch eine Wohngemeinschaft für zehn Bewohner soll es geben, in der demente und stark pflegebedürftige Menschen versorgt werden und bis zu ihrem Tod bleiben können.
Schließlich möchte die Christengemeinschaft, Gemeinde Oldenburg, auf der alten Bahlsen-Fläche ein neues Gemeindezentrum bauen.
Was alle Gruppen eint, ist, dass sie nach dem anthroposophischen Konzept von Rudolf Steiner arbeiten und dass ihnen nicht nur die körperliche, sondern besonders die seelische Gesundheit ihrer Bewohner am Herzen liegt.
