OLDENBURG - Erfolgreiche Frauen – davon gab es im Theater Laboratorium am Sonnabend jede Menge. Rund 140, vorwiegend weibliche, Gäste kamen der Einladung zum Neujahrsempfang des Vereins Frauenbetriebe nach und tauschten sich rege untereinander aus.

Die Vorsitzende des Vereins, Monika Hartmann-Bischoff, betonte in ihrer Begrüßungsansprache die Wichtigkeit des Vereins, in dem sich die drei „K’s“ vereinen würden: „Kontakte“ knüpfen und diese zu vertiefen sei dabei genau so wichtig wie die „Kooperation“, nämlich lieber „gemeinsam anstatt einsam zu arbeiten“, so Hartmann-Bischoff. Das dritte K – das „Know-how“ – würde die berufliche Kompetenz in sich vereinen, ohne die (Frauen-)Betriebe gar nicht existieren könnten.

60 aktive Mitglieder gehören dem seit 1997 bestehenden Verein mittlerweile an: Selbstständige, Freiberuflerinnen und Frauen in Führungspositionen. Bei monatlichen Treffen wird sich über Erfahrungen ausgetauscht, wichtig ist dem Verein die branchenübergreifende Zusammenarbeit. Die Mitglieder des Vereins sind Rechtsanwältinnen, Grafikerinnen oder auch Designerinnen, eben Frauen jeden erdenklichen Berufs.

Rita Schilling, Erste Bürgermeisterin, betonte, wie wichtig es sei, die drei „T’s“ zu beachten: Talente, Toleranz und Technologie. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt habe sich in den letzten Jahren verbessert, aber noch immer seien Führungspositionen oder Managerposten zu einem großen Teil von Männern besetzt. Kritisch bemerkte Schilling ebenfalls, dass Frauen immer noch im Schnitt rund 28 Prozent weniger verdienen würden als Männer.

Die Hauptrednerin Anne Kosfeld (Gleichstellungsbeauftragte der Universität Oldenburg) stellte zusätzlich die Frage: „Wie kann Zukunft ohne eine Vergangenheit entstehen?“ Denn viele Leistungen von Frauen in der Vergangenheit seien oft nie zu Papier gebracht worden und für nachfolgende Generationen nicht einsehbar.


Auch die Tatsache, dass der Frauenanteil der Universitätabsolventen zwar hoch sei, es aber, wenn es um anschließende Promotionen oder Professuren gehe, einen starken Abfall der Frauenquote gebe, sei nicht zeitgemäß. „Leistung soll der bestimmende Faktor im Beruf sein, und nicht das Geschlecht“, sagte Kosfeld.