• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Jade-Weser-Port von Rekord zu Rekord

05.03.2019

Oldenburg Nach mehreren starken Wachstumsjahren für den Jade-Weser-Port ist Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auch für 2019 zumindest „vorsichtig optimistisch“ für den Containerhafen, wie er am Montag bei der Bilanzvorlage der niedersächsischen Seehäfen in Oldenburg sagte. Festlegen wollte er sich angesichts der möglichen Beeinträchtigungen durch die Handelskonflikte und den Brexit allerdings nicht. Man bereite weiterhin den Ausbau des Hafens vor. Im Herbst sollten wichtige Bewertungsgrundlagen vorliegen.

Der Umschlag am Container-Terminal Wilhelmshaven von Eurogate wuchs 2018 deutlich – um 18,3 Prozent auf 655 790 Standardcontainer (TEU). Dies war das dritte Jahr mit prozentual zweistelligem Wachstum.

Die Dynamik am Jade-Weser-Port sowie etwa auch in Brake und Oldenburg und generell in Bereichen wie Futtergetreide, Speiseöle oder Stückgütern reichte allerdings nicht aus, um die Bilanz der niedersächsischen Seehäfen insgesamt im Plus zu halten. Der Seegüter-Umschlag sank leicht auf rund 50 (Vorjahr: 53) Millionen Tonnen.

Dazu hätten „widrige Umstände beigetragen“, so Althusmann mit Blick auf das dürrebedingte Niedrigwasser in Flüssen. Dies habe u.a. den Bedarf der Raffinerien an Rohöl gedrückt.

Beim zukunftsträchtigen Thema der Flüssiggas-Anlandung (LNG) rechne er noch in diesem Monat mit einer Entscheidung des Bundes zur Förderung von Standorten, sagte der Wirtschaftsminister. Wie berichtet, sind neben Wilhelmshaven auch Stade und Brunsbüttel im Rennen. Er gehe fest davon aus, dass mindestens ein niedersächsischer Standort unter denen sein werde, für die es Bundesförderung geben werde. Denkbar sei auch eine Kooperation von Wilhelmshaven und Stade.

Recht unterschiedlich fiel die Bilanz 2018 in den einzelnen Umschlag-Sparten aus, erläuterte Timo Schön, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen (Oldenburg): Beim See-Stückgut gab es eine Steigerung um 9,7 Prozent auf 14,06 Millionen Tonnen. Motoren seien der Containerumschlag in Wilhelmshaven, aber auch die Windkraft-Komponenten in Cuxhaven und die „beachtliche“ Entwicklung in Brake mit mehr Holz und Zellulose gewesen. Trotz eines Rückgangs auf 1,78 (1,92) Millionen Stück sei auch der Neufahrzeug-Umschlag im Land „weiterhin ein Erfolgsgarant“, hieß es.

Ein Defizit registrierten Niedersachsens Seehäfen bei flüssigen und trockenen Massengütern (wie Öl oder Kohle): Der Umschlag sank auf 36 (40) Millionen Tonnen, bedingt etwa durch die Revision bzw. die tiefgangsbedingte Drosselung von Raffinerien. Der Wintereinbruch im März habe zudem den Baustoffbedarf gedrückt.

„Ein Rekordergebnis wie in 2017 noch zu toppen – das ist immer eine große Herausforderung“, sagte Schön. Die Prognosen für 2019 seien „durchaus positiv“.

Im Einzelnen entwickelten sich die Häfen wie folgt (alphabetische Reihenfolge):

Der Seehafen Brake errechnete für 2018 eine Umschlagsteigerung von elf Prozent auf 6,28 Millionen Tonnen. Stückgut legte vor allem wegen Forstprodukten um 23 Prozent zu, auf über zwei Millionen Tonnen. Festes Massengut (hier: Futtergetreide) nahm um vier Prozent auf auf 3,73 Millionen Tonnen zu. „Sehr erfreulich“ sei die Entwicklung beim flüssigen Massengut mit 554 579 (Vorjahr: 448 208) Tonnen. Hier geht es etwa um Speiseöle.

In Cuxhaven wuchs der Umschlag um zwei Prozent auf 2,65 Millionen Tonnen. Hier konnten mehr Windkraftkomponenten den Rückgang bei Autos und Containern wettmachen. Beim „flüssigen Massengut“ wurde die örtliche Einstellung der „Bacardi“-Produktion spürbar.

Der Seehafen Emden berichtete das „drittbeste Ergebnis im Autoumschlag überhaupt“. Hinter der Formulierung verbirgt sich aber ein Rückgang um zwölf Prozent auf 1,36 Millionen Autos. Positive Impulse kamen von Forstprodukten und chemischen Grundstoffen.

Der kleine Seehafen Leer kam auf 56 246 Tonnen – ein kleines Minus (2017: 58 594).

In Nordenham gab es 2018 ein kräftiges Umschlag-Minus von 15 Prozent auf 2,71 Millionen Tonnen. Dazu trugen drei Faktoren bei: Weniger Massengut („Umroutung“ von Kohle über Wilhelmshaven), weniger Mineralöl (hoher Basiswert 2018) und weniger Offshore-Ausrüstungen (gedrosselter Ausbau).

Oldenburg (Gesamtumschlag 994 597 Tonnen) meldet für 2018 starkes Wachstum bei seeseitigem Verkehr – um 30 Prozent auf 83 614 Tonnen. Ein Plus gab es bei Futtermitteln. Man wartet auf die Fertigstellung des Wende-Beckens nahe Osthafen.

Papenburg blieb mit 599 105 Tonnen im Seeverkehr um sieben Prozent unter dem Vorjahreswert.

In Stade ergab sich ein fast stabiles Ergebnis von 5,66 (5,79) Millionen Tonnen.

Der Hafenstandort Wilhelmshaven mit seinen diversen Anlagen prägt die Gesamt-Bilanz der Häfen im Land besonders: Er steht für mehr als die Hälfte des Gesamtumschlages. An der Jade ging das Volumen um rund zehn Prozent auf 27,34 Millionen Tonnen zurück. Der Boom am Containerterminal wurde durch den Rückgang bei flüssigem Massengut um 18 Prozent auf 16,6 Millionen Tonnen gewichtsmäßig überkompensiert. Hintergrund seien der Produktionsstopp einer an Wilhelmshaven angeschlossenen Raffinerie und die Produktionssenkung einer Hinterlandraffinerie infolge des niedrigen Rhein-Wasserstandes. An festen Massengütern (Kohle, Baumaterial) wurden zehn Prozent weniger umgeschlagen (3,77 Mio. Tonnen).

Holger Banik, Geschäftsführer der Infrastrukturgesellschaft Niedersachsen-Ports (N-Ports) betonte die hohen Investitionen – etwa in ein Stellwerk in Emden, in Brake eine Brücke über die Berliner Straße und die Ertüchtigung einer Poller-Reihe oder die Sanierung von Helgoland- und Wangeroogekai in Wilhelmshaven. 2019 gehe es um rund 68 Millionen Euro (41 Millionen als Zuschuss).

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2040
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.