OLDENBURG/NüRNBERG - OLDENBURG/NÜRNBERG - Das Wohnprojekt „Alt und Jung in Oldenburg“ macht bundesweit Furore: Die Bewohner vom Rügener Ring 35-42 wurden für diese Form des generationsübergreifenden Wohnens gestern in Nürnberg mit dem ersten Deutschen Altenhilfepreis geehrt – und diese Auszeichnung ist mit 20 000 Euro dotiert.

„Wir freuen uns riesig über diesen Preis“, sagte gestern Jürgen Dannemann, einer der 20 Bewohner im Alter zwischen drei und 80 Jahren. Danneman hielt in Oldenburg die Stellung, während andere zur Preisverleihung auf die Messe „Altenpflege und Propflege“ nach Nürnberg reisten. Jürgen Dannemann freut sich, dass sein Sohn Jonas bei diesem Wohnprojekt in zwölf separaten Einheiten auch Kontakt zur älteren Generation hat. „Wir sind hier eine Wahlfamilie, in der jeder den anderen im Blick behält“, sagt die 71-jährige Ilse Heinken. Man hilft sich gegenseitig, um so lange wie möglich selbstbestimmt wohnen zu können.

„Alt und Jung“ sei das innovativste Altenhilfe-Projekt, das freiwilliges Engagement und professionelle Unterstützung vorbildlich vernetze, schreibt die Jury der Familie-Josef-Kretenberg-Stiftung, die diesen bislang höchst dotierten Preis in diesem Bereich auslobte.

Als Projekt mit Pioniercharakter lobte gestern Mittag in Nürnberg Professorin Ursula Lehr vom Deutschen Zentrum für Altersforschung in ihrer Laudatio die Everster Wohnform, die ihrer Zeit voraus sei. Es arbeite nach dem Leitspruch „Gemeinsam statt einsam – ich helfe dir, du hilfst mir“. Lob gab es auch für das Engagement des Vereins überhaupt, der selbst aktiv geworden war.

Die Idee war seinerzeit im Gesprächskreis „alternative Wohnformen“ der Arbeiterwohlfahrt entwickelt worden. Mit Hilfe der GSG, die auch für die Förderung sorgte, wurde das Projekt verwirklicht. Das Haus am Rügener Ring wurde nach den Wünschen der Bewohner gebaut, und 1995 zogen dort die ersten ein.


Bereits im vergangenen Dezember war das Projekt von Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann ausgezeichnet worden.

Von den 20 000 Euro wollen die Bewohner wieder einen Gemeinschaftsraum einrichten, denn der war vor geraumer Zeit dem Sparkurs zum Opfer gefallen.