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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

„Humor braucht Entspannung und wenig Stress“

29.08.2019

Oldenburg „Von einer Humorexpertin erwarten Sie jetzt sicherlich Humor. Wenn Sie jetzt bei einem Depressionsexperten wären...“ – weiter musste Eva Ullmann, Gründerin des Deutschen Instituts für Humor, nicht reden. Schon lachten die ersten Leute. Trotzdem hatte die Humorexpertin viele Anekdoten und Beispiele im Gepäck als sie jetzt ihren Impuls-Vortrag im Kulturzentrum PFL in Oldenburg hielt. Eingeladen hatten Sprecherhaus und NWZ.

Humor könne man als Technik einsetzen. Dabei gebe es zwei Arten, angeborenen und erlernten Humor. Humor sei auch nicht immer nur lustig, sondern könne auch Tiefe haben und aus verschiedenen Elementen bestehen – „wie ein Kochrezept“, erklärte Ullmann, die an diesem Abend drei Humor-Level vorstellte.

 Level 1: Es ist alles okay. „Wie entsteht eigentlich Humor?“, fragte die Expertin. Ein Beispiel: „Ich stehe morgens an einer Ampel auf der steht: ,Fußgänger bitte drücken.‘“ Lautes Lachen im Publikum. Man müsse ein Gefühl für den eigenen Humor entwickeln. Nächstes Beispiel: „Ich stehe im Fahrstuhl. Eine weitere Person steigt ein und fragt, ob ich auch nach oben will. Meine Antwort: Heute fahre ich mal nach rechts.“ Noch lauteres Lachen.

Humor entstehe, wenn Dinge zusammenkommen, die so nicht zusammengehören, sagte Ullmann. Dabei nütze Humor im Alltag, um beispielsweise die Perspektive zu wechseln, Aufmerksamkeit zu erhöhen oder spannungsgeladene Situationen zu entspannen, sagte Ullmann. „Humor, der schön ist, ist nützlicher Humor.“ Trotzdem sei auch dieser Humor nicht neutral, sondern immer auch eine Positionierung. Man übertreibe, sei zynisch oder sarkastisch.

Die Technik: die positive Umdeutung. Damit einher gehe der Perspektivwechsel. Nächstes Beispiel: „Man bekleckert sein T-Shirt. Anstatt sich als tollpatschig hinzustellen, hat man sein Shirt individualisiert. Eine Frau hat mal vorgeschlagen: Von allem, mit dem ich mich bekleckere, nehme ich nicht zu“, sagte Ullmann. Die Umdeutung verschaffe eine kurzzeitige Erleichterung – danach könne man sich weiterentwickeln.

 Level 2: Stressige Momente. Bei Stress würden viele Menschen mit steinzeitlichem Verhalten – Angriff, Verteidigung oder Flucht – agieren, sagte die Expertin. Doch genau dann falle einem Humor meist nicht ein, man könne den Ärger nicht so schnell umwandeln. Häufig falle einem zwei Stunden später dann etwas Lustiges zu der Situation ein. Und dann ärgere man sich erneut, warum einem diese Antwort nicht in der Stresssituation eingefallen sei, erklärte Ullmann. „Wir müssen aufhören, uns zu geißeln, denn das ist nicht notwendig.“

Die Technik: die verzögerte Schlagfertigkeit nutzen. „Humor braucht Entspannung und weniger Stress“, erklärte die Expertin. Wenn einem ein anderes Ende einfalle, könne man es einfach mal erzählen und der Geschichte damit ein positives Ende geben.

 Level 3: Unfaire Kritik. Manchmal werde man im Alltag mit Vorwürfen konfrontiert: Man arbeite zu viel, sei unkompetent – oder einfach nur blöd. Oft reagiere man dann mit einer Abwehrhaltung, verfalle in steinzeitliches Verhalten, so Ullmann.

Die Technik: „unsinniges“ Ja-Sagen. Zunächst müsse man atmen und gelassen bleiben, so die Expertin. Das „unsinnige“ Ja-Sagen zur Kritik sei untypisch und eine unlogische Reaktion. Schließlich solle man sich sogar für den Vorwurf begeistern. Wenn also jemand sage, man sei blöd, könne eine Reaktion sein. „Das stimmt, ich habe dazu sogar ein Seminar besucht und ein Zertifikat dafür.“

Doch diese Technik brauche eine gewisse Naivität. Und: „Das Problem ist dadurch nicht gelöst, doch die Atmosphäre hat sich verändert“, sagte Ullmann. Trotzdem könne diese Technik auch schnell beleidigend verstanden werden. Deswegen müsste diese, wie auch die anderen Techniken ständig trainiert werden.

Den nächsten Impuls-Vortrag hält am 24. September, 19.30 Uhr, im PFL (Peterstraße 3) Felix Plötz über „Das Ende der dummen Arbeit – Ihre Chancen in unserer Zeit“.


Karten:   www.sprecherhaus.de 
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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