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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Keine Scheu davor haben, David zu sein

20.09.2018

Oldenburg Wer geglaubt hat, dass die Digitalisierung schon jetzt rasend schnell voranschreitet, der täuscht sich ganz gewaltig. Dieser Überzeugung ist Alexander Müller, Querdenker und Start-up-Unternehmer, bei seinem Impulse-Vortrag im Kulturzen­trum PFL in Oldenburg. Eingeladen hatten Nordwest-Zeitung und Sprecherhaus. „Der Fehler ist, dass wir dazu neigen, von einer linearen Entwicklung auszugehen. Die Kurve verläuft aber immer exponentiell, also anfangs noch recht linear mit einem plötzlichen rapiden Anstieg“, erklärt Müller. In puncto Digitalisierung bedeute das, „dass die nächsten zehn Jahre extrem heftig werden, denn zurzeit haben wir noch ein gemächliches Entwicklungstempo“, sagt Müller. 

Schon häufig sei der Fortschritt unterschätzt worden. Kaiser Wilhelm II. sagte etwa: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Er sollte ebenso Unrecht behalten, wie Sir William Preece mit seiner Aussage, dass das Telefon Boten nicht ersetzen wird. Berühmt ist wohl auch das Zitat des ehemaligen CEO von IBM, Thomas Watson: „Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird“, sagte er.

Zu spüren bekommen den Wandel vor allem die Branchen, „die sich noch überhaupt nicht mit Digitalisierung beschäftigen. Das sind meist diejenigen, die am meisten reguliert werden“, erklärt Müller. Für sie komme der Wandel dann mit voller Wucht. Müller rät Unternehmen, „sich ihrer Stärken und Ideale bewusst zu sein“. Wer diese Unternehmenskultur mit gestalte und lebe, sich mit seinem Arbeitgeber identifiziere, habe auch keine Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Jeder sollte darüber nachdenken, „was bringt mich weiter, und sich entsprechendes Wissen aneignen. Wir müssen lernen, Inhalte zu filtern“, sagt Müller.

Er geht davon aus, dass es in Zukunft verstärkt zu einem Kampf zwischen David und Goliath – also Start-ups (David) gegen etablierte Konzerne (Goliath), kommen wird. Dabei seien die Start-ups häufig im Vorteil. „Sie zwingen etablierte Konzerne durch clevere Ideen zum Umdenken, vereinfachen Prozesse, setzen Impulse. Das ist auch jetzt schon so.“ In den vergangenen Jahren habe es bereits einige Innovationen gegeben, die das Leben nachhaltig verändert haben: Personal Computer, Suchmaschinen, Smartphones, Soziale Medien, 3D-Druck. Letzterer vereinfacht etwa die Fertigung komplexer Teile, ein Start-up druckt inzwischen sogar künstliches Fleisch. Gesammelte Daten (Stichwort Big Data) seien eine Goldgrube für serviceorientierte Firmen. Sie können ihre Produkte damit auf Kundenwünsche abstimmen.

Müller hofft, „dass die Politik Schritt hält und die notwendigen Gesetze etwa für selbstfahrende Autos auf den Weg bringt“, denn momentan entwickle sich die Wirtschaft viel schneller als die Politik passende Rahmenbedingungen schaffen kann.

Den nächsten Impulse-Vortrag hält Dr. Denis Mourlane über Resilienz am 16. Oktober, 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr), im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3 in Oldenburg). Karten:  Tel. 0 25 61/69 56 51 70 oder unter www.sprecherhaus.de.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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