OLDENBURG - „Wir sind gut und schnell.“ Auf diesen Satz lässt sich die Grundbotschaft des Präsidenten des Oldenburger Oberlandesgerichts (OLG), Dr. Gerhard Kircher, reduzieren. Bei der Vorlage des Jahresberichts 2008 unterstreicht er nicht nur die gute Qualität der Urteile, sondern verdeutlicht auch, wie schnell in Oldenburg Recht gesprochen wird. Die Erledigungsfrist beträgt bei Zivilsachen durchschnittlich viereinhalb Monate, Familienangelegenheit dauern drei Monate, während Strafsachen nach einem Monat entschieden sind.

Die Qualität des OLG Oldenburg zeige sich auch bei den Ergebnissen eines bundesweiten Vergleichs, bei dem besonders die Leistungen im Bereich der Informationstechnologie sowie die Aus- und Weiterbildung deutlich geworden seien.

Dabei habe sich aber auch herausgestellt, dass in Süddeutschland erheblich mehr Vergleiche als im Norden geschlossen würden. „Hier werden wir künftig mehr Angebote machen“, kündigte Kircher an, obwohl natürlich bei schnelleren Gerichten der Reiz zum Vergleichsabschluss geringer sei.

Zu den positiven Nachrichten des vergangenen Jahres gehört die Bündelung des ambulanten Justiz-Sozialdienstes in Oldenburg, wo nun die zentrale Steuerung für ganz Niedersachsen stattfinde.

Eine ähnliche zentrale Bedeutung soll das Gesundheitszentrum erhalten, das vom Oldenburger Oberlandesgericht angestrebt wird. Dabei geht es darum, über dezentrale Mitarbeiter den Beschäftigten in der niedersächsischen Justiz entsprechende Angebote zur Gesundheitspflege zu machen. Das könne von anspruchsvoller psychischer Unterstützung emotional hoch belasteter Richter bis zur relativ einfachen Rückenschule gehen. Die Pläne dazu will Kircher im Mai auf einer OLG-Präsidentenkonferenz in Berlin vorstellen und dabei auch auf den erheblichen wirtschaftlichen Nutzen verweisen.


Weiter pflegen möchte das Oberlandesgericht die regelmäßigen Kontakte zu den Universitäten Oldenburg und Osnabrück. Kircher: „Es ist immer gut, wenn Gerichtspraktiker mal wieder den Hochschullehrern zuhören. Aber auch für die Rechtslehrer sind solche Diskussionen durchaus nützlich.“