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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Wirtschaft funktioniert auch ohne Verträge

07.09.2019

Oldenburg Der Geschäftsführer von Rhein-Umschlag in Oldenburg verblüffte mit einer überraschenden Information: 90 Prozent der rund drei Millionen Tonnen an Baustoffen, die pro Jahr in seiner Firma verkauft werden, wechseln ohne schriftliche Verträge zum Käufer. „Man verhandelt von Mensch zu Mensch, am Ende gibt es eine Menge und einen Preis, und es wird genickt“, erläuterte Nico Steudel vor rund 150 Gästen am Donnerstagabend im Alten Landtag in Oldenburg.

Es wurde deutlich: Da geht es um Vertrauen. „Schriftlich“ könne es dann werden, wenn Ansprechpartner auf einmal wechselten oder internationale Konzerne in das Geschäft vordrängen würden, so Steudel.

„Vertrauen in der Wirtschaft – unersetzlich aber verletzlich“, lautete das Thema beim „Zukunftsdiskurs“ des Oldenburger Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB), gefördert vom niedersächsischen Wissenschafts- und Kulturministerium.

Der wissenschaftliche IÖB-Leiter Prof. Dirk Loerwald machte eingangs deutlich, dass wir im Alltag ständig anderen (Spezialisten) vertrauen müssen, etwa bei der Bankberatung, bei der Produktqualität, beim Arzt oder auch bei der Nutzung von Bargeld. Problematisch werde das, wenn von Wirtschaftsakteuren mit dem Vertrauen fahrlässig umgegangen werde.

Vertrauen sei beim Geld elementar, arbeitete Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, heraus. „Geld ist, was als Geld akzeptiert wird“, sagte er. Dann werde es als Tauschmedium, als Recheneinheit und als Mittel zur Wertaufbewahrung genutzt. Nutzer müssten darauf vertrauen können, dass das Geld nicht deutlich an Wert verliere, während man es nutze. Bei dem Vertrauen gehe es um persönliche Erfahrungen und um grundsätzliches Systemvertrauen sowie Bildung.

Balz schilderte dem Publikum – darunter drei Oberstufenkurse von Gymnasien –, wie dieser Wert gesichert werden soll, einschließlich internationalen Verträgen zur Stabilitätspolitik von Staaten und zur Bankenaufsicht. „Alles steht und fällt mit der Werthaltigkeit des Geldes.“

Der Oldenburger Landtagsabgeordnete Ulf Prange (SPD) wies im Zusammenhang etwa mit Krypto-Geld darauf hin, dass die Themen – auch durch Digitalisierung und Globalisierung – immer komplexer würden und der Aufwand zur Schaffung eines Rechtsrahmens größer werde. Rechtsrahmen seien für Vertrauen wichtig.

Professor Eberhard Haunhorst, Chef des Instituts Laves in Oldenburg, betonte die neutrale, starke Stellung seiner Behörde. „Wir schaffen Vertrauen“, erklärte er mit Blick auf Qualitätssicherung.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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