OLDENBURG - Schulen können in Kooperation mit regionalen Persönlichkeiten in ihren Schülerinnen und Schülern besonders vielversprechend den Unternehmergeist wecken – und sie zu eigenen Aktivitäten mit selbst entwickelten Geschäftsideen inspirieren. Das machte der Direktor des „Unternehmergymnasiums Bayern“, Peter Brendel aus Pfarrkirchen, am Donnerstagabend beim Oldenburger „WiGy-Forum“ im Haus der Oldenburgischen Landesbank deutlich.
Junge Leute mit Talent
Es gebe viele junge Leute, die unternehmerisches Talent haben, meinte Brendel. Diese wolle man in Pfarrkirchen gezielt fördern – mit einer Zusatzausbildung nachmittags, neben dem Stoff eines „ganz normalen Gymnasiums“ mit 1500 Schülern. Konkret werden im 10. Schuljahr enge Bindungen zu „echten Akteuren aus dem Wirtschaftsleben“ geknüpft, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen. Sie bieten Lehrmodule an, Workshops, persönliche Patenschaften, „Praktika auf dem Chefsessel“, Betriebsbesichtigungen – und auch konkrete Aufträge für ein Projekt. Die persönliche Begleitung biete „direkte Einblicke in die Faszination, aber auch die Herausforderung Unternehmertum“, so der Schulleiter.
Brendel lobte die Oldenburger Wirtschaftsbildungs-Initiative WiGy mit Beteiligung von Schülern, Lehrern, Unternehmern und Wissenschaftlern. „So etwas haben wir in Bayern nicht.“
Das Thema der ökonomischen Bildung sei mittlerweile „in der Gesellschaft angekommen“. Sie bleibe aber „Gemeinschaftsaufgabe, auch weiterhin“, konstatierte WiGy-Vorstandsvorsitzender Dr. Werner Brinker. Er plädierte für ein eigenständiges Fach Wirtschaft. Dazu müsse man unter Umständen andere Inhalte „entrümpeln“. Es sei die Frage, ob in allen Fächern ein solcher „Detaillierungsgrad wie bisher“ nötig sei, oder ob nicht an einigen Stellen allgemeineres, breites Wissen sinnvoll sei. In Wirtschaft hätten auch viele junge Akademiker Defizite.
Negative Stigmatisierung
Der Geschäftsführer des Instituts für Ökonomische Bildung (IÖB/Oldenburg), Professor Hans Kaminski, kritisierte eine negative „Stigmatisierung des Unternehmertums“. Hier sei ein Bewusstseinswandel nötig. Schließlich brauche die Gesellschaft erfolgreiche Unternehmer. Das IÖB engagiert sich – wie mehrfach berichtet – seit Jahren für ökonomische Bildung an Schulen und entsprechende Lehrer-Weiterbildung.
Viel Beifall gab es bei dem WiGy-Forum für Darbietungen des Gospel-Chores der Oldenburger Gesamtschule Helene-Lange-Schule mit Schülern der Klassen 5 bis 11.
