OLDENBURG - Am Ende machte der Regen selbst den wettererprobten Norddeutschen zu schaffen: Statt eines Sommerfests bei 30 Grad und Sonnenschein wie 2010 war das 5. Oldenburger Familienfest von Molkerei Ammerland und Nordwest-Zeitung am Sonntag eine ziemlich nasse Sache. Die meisten Besucher nahmen das Ganze aber locker.

„Mir ist das egal“, sagte etwa die neunjährige Alicia aus Westerstede, die mit ihren Eltern zum Fest auf dem Freigelände an der Weser-Ems-Halle gekommen war und sich als erstes ein Airbrush-Tattoo machen ließ. Ihre Mutter Kristin schloss sich an: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wir bleiben so lange, bis wir eingefroren sind.“

Ähnlich sah es Edgar Schollmeyer, der Sohn Lucas (3) am Baggerpark abgeliefert hatte. „Kinder stört das Wetter überhaupt nicht“, sagte er, während Lucas auf dem Schoss von Helfer Lars Sandmann den kleinen Gartenbagger steuerte und einen Sandhügel umbuddelte. Das machte auch bei Regen Spaß: „Das war das, wo er sich am meisten drauf gefreut hatte“, erklärte der Vater.

So wie der Rasteder schienen die meisten Eltern das Wetter zu nehmen – und hatten ihre Kinder entsprechend ausgerüstet: mit Regenhose, Regenjacke, Regenschirm und Gummistiefeln.

Schlechte Karten hatten jedoch die Betreiber der vielen Hüpfburgen: Aus Sicherheitsgründen musste am frühen Nachmittag aus den ersten Burgen und aufgeblasenen Rutschbahnen die Luft rausgelassen werden – es war zu nass und zu windig. Auch einige Imbissbuden mussten schließen; die Kampfkunstvorführungen des Oldenburger Familiensportclubs Yoshin-Ryu auf dem Außengelände fielen ebenfalls aus. Die Judo-Matten wären zu rutschig für die Sportler gewesen. Das Driton-Dance-Team – das eigentlich bei Yoshin-Ryu trainiert – wechselte allerdings spontan auf die NWZ -Bühne und trat dort auf.

Fotostrecke: 5. Oldenburger Familienfest (Teil 2)


Fotostrecke: 5. Oldenburger Familienfest (Teil 3)

Fotostrecke: 5. Oldenburger Familienfest (Teil 4)

Fotostrecke: 5. Oldenburger Familienfest (Teil 5)

Ansonsten rückten die Macher zusammen: Unter dem großen Zeltdach der Molkerei Ammerland wurden die Liegestühle zur Seite geräumt. Stattdessen wurde Platz fürs Ponyreiten gemacht, damit Reiter und Tiere wenigstens halbwegs trocken blieben. Das Bühnenprogramm wurde teilweise umgelegt – die große SportMaus­Show etwa zog von der NWZ-Bühne ins Zirkuszelt, ebenso die Modenschau der Kunstschule Klex.

Ansonsten trotzten die Mitwirkenden auf der Bühne so gut es ging dem Wetter. Im Rahmen von „Bühne frei!“ zeigten Talente aus der Region ihr Können: die Bauchtänzer von Anjali zum Beispiel oder die Delme-Trommler aus den Delmenhorster Werkstätten. Zudem turnten Kinder und Jugendliche der Zirkusschule Seifenblase, Mitglieder der Sambaschule Oldenburg-Eversten tanzten. Und die Musikschule Oldenburg spielte ebenfalls.

Keine Angst vorm Regen hatten die Wartenden am Stand der Molkerei Ammerland. Hier forderten am Nachmittag die U23-Fußballer Tom Trybull und Özkan Yildirim von Werder Bremen die Kinder und Jugendlichen im Torwand-Duell heraus.

Trocken war es im Zugsimulator der Deutschen Bahn. Felix (12) aus Bremerhaven versuchte sich als Lokführer auf der Strecke von der fiktiven Stadt Oberlingen nach Neustadt. „So, jetzt musst du etwas langsamer fahren“, korrigierte ihn Andreas Scholl, der den Stand betreute. „Du bist jetzt bei Kilometer 21,2 – bei 21,6 darfst du nur noch 40 Stundenkilometer fahren.“

Zufrieden mit dem organisatorischen Ablauf zeigte sich am Sonntag Wilhelm Schwanken. Er war eigentlich mit der Spielefeuerwehr vor Ort, die mehrere Stände mit Mitmach-Aktionen aufgebaut hatte. Gleichzeitig war er aber auch für Aufbau und Platzorganisation zuständig – und konnte dem Regen sogar eine gute Seite abgewinnen: „Dass man besseres Wetter zu schätzen weiß“, sagt er lachend, „auch wenn zu heiß zu ist.“

Dem Wetter entsprechend zog auch Uwe Mork, Leiter der NWZ-Privatkundenabteilung, ein positives Fazit. „Die Oldenburger sind wind- und wettererprobt“, scherzte er. „Und trotz der widrigen Umstände haben sie die Vorzüge des Fests genossen.“

Unterstützt wurde das Familienfest von den Volksbank-Raiffeisenbanken, dem Bezirksverband Oldenburg (BVO), der AOK, der Deutschen Bahn, Radio Bremen 4, dem Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Firma Boels.