Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Oldenburger Schlachthof Vorwürfe gegen Stadt wegen anhaltender Missstände

Oldenburg - Die Oldenburger Stadtverwaltung weiß seit Jahren von Missständen im Schlachthof Oldenburg und hat trotzdem nicht gehandelt – diesen Vorwurf erhebt das Deutsche Tierschutzbüro. Die Tierschützer sehen darin einen „erneuten Beweis“, dass Behörden und Ämter ihrer Pflicht zum Tierschutz „nicht ansatzweise nachkommen“, heißt es in einer Mitteilung des Vorstandsvorsitzenden des Tierschutzbüros, Jan Peifer. „Es kann und darf nicht sein, dass die extremen Missstände sogar seit Jahren bekannt waren und trotzdem nicht gehandelt wurde.“ Es sei skandalös, dass das Veterinäramt erst jetzt Missstände aus der Vergangenheit einräume.

Vorwürfe seit 2011

Am Montag hatte der Leiter des Veterinäramtes der Stadt Oldenburg über eine Serie von Problemen mit dem mittlerweile geschlossenen Betrieb berichtet. Die Vorwürfe reichen bis 2011 zurück und hatten wiederholt zu Beanstandungen und der Festsetzung von Zwangsgeldern geführt. Auf Veranlassung der Kontrolleure seien bereits Mitarbeiter wegen gravierender Defizite ausgetauscht worden, hatte Dr. Morthorst berichtet.

Die Tierrechtsorganisation bekräftigte danach ihre Forderung, den Schlachthof endgültig zu schließen. Für Samstag, 8. Dezember, zwölf Uhr, ruft das Tierschutzbüro zu einer Demonstration vor dem Betrieb, Schlachthofstraße 36 in Tweelbäke, auf.

Die Stadt weist die Vorwürfe zurück: „Das Veterinäramt der Stadt hat Verstöße gegen den Tierschutz zu keiner Zeit hingenommen oder über sie hinweggesehen“, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Bereits 2007 und 2010 hätten das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (Laves) und die Stadt die ordnungsgemäße Betäubung kontrolliert. Beanstandungen bei weiteren Kontrollen im Februar 2011 bzw. Mai 2013 habe der Betrieb abgestellt.

Anfang November hatte das Tierschutzbüro Videos, die Tierquälerei im Schlachthof zeigen, an Staatsanwaltschaft, Veterinäramt und Landwirtschaftsministerium übermittelt. Der Schlachthof, in dem Goldschmaus Großschlachtungen vornehmen ließ, bestätigte die Vorwürfe wegen Verstöße gegen den Tierschutz und stellte einige Tage später den Betrieb ein.


Antworten bleiben aus

Welche finanziellen Auswirkungen der Skandal auf Goldschmaus – immerhin Deutschlands sechstgrößter Schweineschlachtbetrieb – hat, wollte das Unternehmen auf Anfrage der NWZ nicht beantworten. Ebenso blieb unbeantwortet, wie das Unternehmen zu aus der Politik geforderten Videoüberwachungen steht. „Unser Fokus ist aktuell ausschließlich darauf gerichtet, dass solche Vorkommnisse künftig ausgeschlossen werden können“, teilte Unternehmenssprecher Dr. Gerald Otto lediglich mit.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden