OLDENBURG - Mitten in der Innenstadt knatterte es Sonnabend ungewohnt laut: Die Oldtimer-Rundfahrt „Küste und mehr" machte Halt in Burg- und Haarenstraße.
Mit dabei war beispielsweise der Oldenburger Guido Leiber in einem Mercedes 180, der 1958 vom Band lief. Für den Passanten Dieter Hasecke ein ganz besonderes Stück: Bereits als 17-Jähriger ist er mit diesem Modell gefahren – ohne Führerschein. „Ich bin über 60. Mit diesen Autos bin ich groß geworden", sagte er begeistert, bevor er sich die anderen 19 Schmuckstücke anschaute.
Diese präsentierten eine große Palette verschiedener Marken: Jaguar, Bentley, Volkswagen und Opel waren ebenso nach Oldenburg gekommen wie ein Cadillac.
Details über die Einzelstücke der Automobil-Geschichte gab es bei der Vorstellung am Nachmittag in der Haarenstraße. Der rote Cadillac stammt beispielsweise aus der Serie 62 und ist ein lang gezogenes Cabriolet. Gebaut wurde er 1959, und er hat acht Zylinder, einen Hubraum von 6389 Kubikzentimetern und 309 PS.
Diese Ausstattung treibt den Amerikaner immerhin zu einer Geschwindigkeit von bis zu 180 km/h. Eine weitere wichtige Information war im Fenster zu lesen: „Bitte nicht anfassen." Schließlich sollte der Glanz der 20 Schätze nicht so schnell verblassen.
Das galt auch für den Austin Healey 3000 von Rainer Lorenz, der mit schwedischem Kennzeichen vorfuhr. Der ehemalige Berliner wohnt seit 1972 in Skandinavien und hat den Weg aus der Nähe von Göteborg nach Norddeutschland nur auf sich genommen, um an der Rundfahrt teilzunehmen. Er kam wegen einer Öl-Leckage seines Wagens, die aber vom technischen Begleitdienst behoben wurde, als letzter in Oldenburg an.
Glücklicherweise ging es für Lorenz nicht um Zeit: „Unsere Tour ist eher eine touristische Reise“, sagte Fahrtleiter Udo Weigel, „der Schwerpunkt liegt beim Fahren – abseits, auf kleinen schönen Straßen.“ Die abwechslungsreiche Strecke führte von Bad Zwischenahn über Emden, Norderney, Papenburg, Emmen und Dangast bis in die Haarenstraße. Das Ziel der letzten Etappe war wieder Bad Zwischenahn. Für Organisatorin Katja Weigel viel Arbeit. Sie hat schon begonnen, die „Küste und Mehr" des nächsten Jahres zu planen. „Da geht es für die Oldtimer nach Rügen", verriet Schwiegervater Udo Weigel.
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