OLDENBURG - Noch etwas Geduld: Die rund 20 000 Oldenburger, die nach Schätzung des Oldenburger Finanzamtes in Sachen Pendlerpauschale auf ihre Steuererstattung warten, können voraussichtlich bis Ende März mit ihren Bescheiden rechnen. Das sagte German Unland, Vorsteher des Finanzamts Oldenburg.

Unland hofft zudem, dass es wegen des Mehraufwands um die vom Bundesverfassungsgericht wieder für gültig erklärte Pendlerpauschale nicht zu Verzögerungen bei der Bearbeitung der Steuererklärungen für 2008 kommt. „Wir versuchen, das während der normalen Arbeit umzusetzen.“ Wenn der Löwenanteil der Erklärungen im Amt eingehe (von März bis Mai), werde man mit den Pendler-Fällen schon fertig sein, sagte Unland.

Der überwiegende Teil der Fälle nämlich muss nicht von den Mitarbeitern des Finanzamts bearbeitet werden. Unland: „Möglichst viele Fälle werden durch für ganz Niedersachsen zentral gesteuerte und automatische Sonderläufe erledigt werden.“ Nach den ihm vorliegenden Informationen sollen die noch im Februar beginnen und Ende März abgeschlossen sein. Wegen dieser Spanne sollte niemand nervös werden, „wenn der Nachbar schon einen Bescheid hat und der eigene noch nicht angekommen ist“, sagte Christian Kläne, Pressesprecher des Oldenburger Finanzamtes.

Auch die Berufspendler, die wegen der inzwischen aufgehobenen Streichung der Pauschale in der Steuererklärung für 2007 ihren Arbeitsweg gar nicht mehr aufgeführt haben, können sich in der Mehrzahl zurücklehnen. Denn: Als Daumenregel geben die Steuerexperten von der 91er-Straße an, dass Arbeitswege von unter 14 Kilometern in der Regel mit dem Werbungskostenpauschbetrag erledigt sind und deswegen nicht zu einer Steuerersparnis führen. Daran habe auch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nichts geändert. Allerdings gebe es im Einzelfall Ausnahmen: Wenn die Werbungskosten überdurchschnittlich hoch lägen, könne auch ein kürzerer Arbeitsweg noch helfen, Steuern zu sparen.