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Prognosen Aktienanleger können 2012 wieder hoffen

Klaus-Peter Jordan

OLDENBURG - Im Jahr 2012 geht es mit den Aktienkursen in Deutschland wieder aufwärts – wenn man den Kapitalmarktexperten nordwestdeutscher Kreditinstitute trauen darf. Auch mit der extremen Niedrigzinsphase soll es bald vorbei sein. Alles aber hänge daran, dass die Entwicklung der Euro-Zone zu einer Stabilitätsunion bis Mitte 2012 geschafft werde. Insgesamt betonen die Experten, dass die Unsicherheit über die Entwicklung der Kapitalmärkte wohl selten so groß war wie zur Jahreswende 2011/2012.

Börsen mit Potenzial

Aktien: Die Aktienkurse deutscher Spitzenwerte werden nach Ansicht der Experten in den ersten Monaten 2012 unter Druck stehen. „Die Schuldenkrise schwebt wie ein Damoklesschwert über den Märkten“, fasst es Sven Litke, Leiter des Bereichs Vermögensmanagement bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), zusammen. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank (BLB), hält gar einen Absturz auf bis zu 4700 Punkte beim Deutschen Aktienindex DAX für möglich. Im zweiten Halbjahr gebe es aber „ein markantes Aufwärtspotenzial“ – auch wegen der „hohen Qualität deutscher Unternehmensbilanzen“. Christoph Siebecke, Aktienanalyst der Oldenburgischen Landesbank (OLB), sieht Aufwärtspotenzial durch die „Lösung der akuten Refinanzierungsengpässe“ in der EU, und Harald Lesch von der Arbeitsgemeinschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems verweist auf die im zweiten Halbjahr 2012 nach seiner Ansicht wieder anziehende Konjunktur in Deutschland. Insgesamt sieht die LzO beim DAX die geringsten Wachstumschancen. Die OLB ist am optimistischsten und erwartet ein kleines zweistelliges Prozentplus.

Euro: Hier gehen – wie schon im Vorjahr – die Meinungen der Experten erheblich auseinander. OLB, BLB und Genossenschaftsbanken erwarten einen stärkeren Euro, die LzO einen schwächeren. Litke begründet seine prognostizierte Euro-Abwertung gegenüber dem Dollar mit der Staatsschuldenkrise in Euroland sowie einem besseren Konjunkturverlauf in den USA als in Euroland. Hellmeyer hingegen erwartet genau das Gegenteil: Die beschlossene Stabilitätsunion ab Mitte 2012 werde zu einem Euro-Anstieg führen. Auch für Lesch ist die „schrittweise Beruhigung der Lage im Euroraum“ ein Indiz für einen steigenden Euro-Kurs. Siebecke erwartet vor allem stärkere Schwankungen, aber am Jahresende 2012 nur einen leicht verbesserten Euro.

Geld im ,,sicheren Hafen“

Zinsen: Für die Zinsen heißt das Zauberwort der Experten zu Jahresbeginn „Safe Haven“. Deutschland als „sicherer Hafen“ in der Eurozone für Anlage suchendes Kapital wird nach Ansicht von BLB-Analyst Hellmeyer sogar zunächst zu einem Rutsch der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 1,5 Prozent führen. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten dann allerdings alle vier Fachleute mehr oder minder stark steigende Renditen. Lesch von den Genossenschaftsbanken begründet dies mit dem Abklingen der Krise bei den Staatsschulden und im Bankensystem. Litke von der LzO verweist darauf, dass „Deutschland Gefahr läuft, sein AAA-Rating zu verlieren“, er erwartet mit Hellmeyer zusammen den stärksten Renditeanstieg. Siebecke von (OLB) rechnet kaum mit „signifikant steigenden Renditen“ – es sei denn, die Euro-Staaten würden Eurobonds einführen.

Bilanz 2011: Im Jahr 2011 lagen alle Experten mit ihrer Erwartung einer deutlichen Zinswende nach oben – wie auch schon 2010 – falsch. Weiter sinkende Zinsen konnte sich wieder keiner vorstellen. Auch bei der DAX-Prognose lagen alle schief, weil sie auf steigende Aktienkurse gesetzt hatten. Beim Euro-Kurs waren LzO und BLB mit prognostizierten 1,25 Dollar zu pessimistisch, BLB und Genossenschaftsbanken mit 1,48 Dollar bzw. 1,40 Dollar erheblich zu optimistisch.

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