OLDENBURG - Festivalgänger und Grabungshelfer sollten eines gemeinsam haben: Gummistiefel und wasserdichte Kleidung. Den Beweis dafür treten derzeit 26 junge Leute am Rande der Ikea-Baustelle an der Holler Landstraße an. Sie graben und schaufeln und schleppen Muttererde durch die Gegend – nur wenn’s allzu heftig regnet auf die Ausgrabung des Heidenwalls, flüchten sie sich in den Schutz eines Bauwagens. Das war den Fans vom „Hurricane“-Wochenende in Scheeßel nicht vergönnt.

Die 17- bis 24-Jährigen verbringen allerdings auch nicht ihre Freizeit hinterm Huntedeich. Ihr Einsatz auf dem Grabungsfeld der frühmittelalterlichen Ringwallanlage, die nach Hinweisen des Oldenburger Historikers Martin Teller entdeckt wurde (die NWZ berichtete), ist vielmehr Teil eines Aktivierungsmodells, mit dem Jugendamt und Arge jungen Arbeitslosen Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit anbieten. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1,10 Euro pro Stunde.

Das Graben in stadthistorischer Erde ist natürlich die Ausnahme. Ansonsten sind die Frauen und Männer, unterstützt von zwei Fachanleitern, im Garten- und Landschaftsbau aktiv und sorgen mit ihrem Engagement dafür, dass Oldenburg sauberer wird. „Man sollte ihre Arbeit nicht unterschätzen“, sagt Gerhard Lohmann vom Jugendamt. „Sie leisten wirklich etwas fürs Gemeinwohl.“

Die Arbeit für ein sauberes Oldenburg ist wichtig, sie ist aber nichts gegen die Überraschungen am Heidenwall. „Ich habe ein Stück bearbeitetes Horn gefunden“, erzählt eine junge Frau. „Und wir ein paar Scherben“, ergänzen zwei Männer. Und auch wenn sie den wissenschaftlichen Wert der Stücke nicht kennen (das übernehmen Archäologen) – ein bisschen stolz auf ihre Arbeit sind alle.