Oldenburg - Nach dem großen Premierenerfolg im vergangenen Jahr endete auch die 2. „Nachtschicht“ in Oldenburg wieder mit jeder Menge kreativer Ideen. Im siebten Stock des Medienhauses der Nordwest-Zeitung waren am Freitagabend wieder kreative Köpfe zusammengekommen, um sich von 18 bis 2 Uhr morgens kostenlos für Non-Profit-Organisationen ins Zeug zu legen und deren Wünsche ideenreich umzusetzen. Alle hielten bis auf kleine schöpferische Pausen sehr gut durch und waren zum Teil sogar früher fertig.

Dem Bewerbungsaufruf im Sommer waren 13 gemeinnützige Organisationen nachgekommen, aus denen drei ausgewählt wurden: die Kulturgenossenschaft Globe, die Ulla-Haschen-Stiftung für Natur, Kultur und Menschen sowie die „NachDenkstatt“. Die „Nachtschicht“ ist ein Projekt des Netzwerks der Kreativwirtschaft „cre8 oldenburg“; Initiator und Organisator ist Peter Gerd Jaruschewski. Begleitet wird das Projekt durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg, am Freitag vertreten von Ina Lehnert-Jenisch. „Die Ergebnisse waren alle toll. Ich bin unseren kreativen Teilnehmern total dankbar“, sagte Jaruschewski.

In der „Nachtschicht“ arbeitete je ein Team von Kreativen mit den Vertretern der Organisationen zusammen. 17 Leute gingen in drei Räumen kreativ ans Werk. Zwischendurch konnten sie sich u.a. mit Kaffee, Suppe oder Obstspießen stärken. „Es ist ein sehr schönes Projekt für eine gute Sache“, sagte Texterin Kim Vredenberg-Fastje (37) aus Wiefelstede aus der „Globe“-Gruppe.

Die Kulturgenossenschaft Globe benötigt ein Corporate Design für Flyer, Website, Briefpapier etc., um den kommenden Kulturbetrieb vorzubereiten und den Wiedererkennungswert des Globe (früheres Soldatenkino in Oldenburg) zu erhöhen. Die Ergebnisse sind in ein Gestaltungshandbuch eingeflossen. Grafisch wurde ein Basisdesign mit Farbplatte, Schriftarten und Bildelementen erarbeitet. Textlich wurde eine Vision erstellt, die sowohl die „GLOBEretter“ als auch die „GLOBEsucher“ anspricht.

Die Ulla-Haschen-Stiftung engagiert sich für eine Verbesserung der anonymen Suizidprävention. Der Wunsch an die Kreativen war die Entwicklung eines Bildes oder einer Grafik, die Selbstmord-gefährdete Menschen in ihrer seelischen Not erreicht und anspricht. Diese Aufgabenstellung wurde in der Nachtschicht neu in Richtung eines Konzepts für die Stiftung und ihre Arbeit definiert.


Die „NachDenkstatt“, hervorgegangen aus einer studentischen Initiative, organisiert jährlich die gleichnamige Workshop-Konferenz zu Zukunfts-, Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsfragen. Sie wollte von den kreativen Köpfen Vorschläge, wie die Aufmerksamkeit der Gruppe auch übers Jahr erhalten bleiben kann. Herausgekommen sind vier Designs für eine Postkarten-Serie mit prägnanten Sprüchen wie „Schnauze, Siri. nachdenken hilft“. Diese sollen unter anderem an der Universität Oldenburg verteilt werden. „Wir sind ziemlich begeistert von dem Ergebnis“, sagte „NachDenkstatt“-Vorstandsmitglied Christoph Schunke (25).

Weitere Infos gibt es unter www.nachtschicht-oldenburg.de oder office@nachtschicht-oldenburg.de (Mail).

Sebastian Friedhoff