OLDENBURG/RASTEDE - Der Nordwesten hat als Energiestandort großes Potenzial. Das wurde am Freitag sowohl beim zweiten Genossenschaftstag Weser-Ems in Rastede als auch bei einer Fachtagung der Neuen Hanse Interregio (NHI) in Oldenburg deutlich.

„Niedersachsen ist das Land mit den größten energiewirtschaftlichen Potenzialen, Kompetenz- und Standortvorteilen“, sagte Ulf Thiele, Generalsekretär der CDU in Niedersachsen. Er verwies dabei sowohl auf die geografischen Gegebenheiten als auch Firmen und Forschungsinstitute wie Enercon (Aurich), Procon Nord (Leer) oder das EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie (Oldenburg).

Enercon-Vertriebsleiter Stefan Lütkemeyer betonte, dass „Deutschland weltweit Vorreiter im Windenergiebereich“ sei. Allein Enercon habe einen Marktanteil in Deutschland von 50,3 Prozent und von 14 Prozent weltweit.

Grundsätzlich betonte die Professor Dr. Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass die Energiepolitik der Zukunft Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen sicherstellen müsse. Dazu sei ein Bündel von Instrumenten von der Förderung erneuerbarer Energien, über die Verbesserung der Energieeffizienz bis hin zur Optimierung des Emissionsrechtehandel notwendig, die jedoch besser als heute aufeinander abgestimmt werden müssten.

Als einen möglichen Weg für eine eher ländlich geprägte Region wie Weser-Ems warb Georg Litmathe, Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbands, für die Schaffung „energieautarker Regionen“ durch Bürgergenossenschaften als Initiatoren und Betreiber.


Bei der Fachtagung in Oldenburg hob auch EWE-Chef Dr. Werner Brinker das Potenzial der Region hervor. „Die geografische und geologische Situation macht die Hanse-Region zur Gasdrehscheibe und zum Gasspeicher Europas“. Er verwies u.a. auf die zahlreichen Gasleitungen und -speicher in der Küstenregion.

Zugleich mahnte er eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit an. In die gleiche Kerbe schlug Pieter Trienekens, Mitglied des Vorstands der Nederlandse Gasunie: „Grenzüberschreitende Projekte sind ein Gewinn für beide Seiten.“

Als Beispiel für die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit wies NHI-Geschäftsführer Dr. Frank van Es auf die beiden Kompetenzzentren Energy Valley (Groningen) und OLEC (Oldenburg) hin. Einen Beitrag dazu könne künftig auch das neue Kompetenzzentrum „Zukünftige Energieversorgung“ der Regionalen Innovationsstrategie (RIS) leisten, deren offizielle Auftaktveranstaltung im Rahmen der Fachtagung stattfand.