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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

IHK: Dämpfer auf hohem Niveau

10.04.2019

Oldenburg Der Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) startete das Jahres-Pressegespräch mit einer ungewöhnlichen Prozedur. Er sprang auf, umrundete den Konferenztisch und spannte jedem Anwesenden einen dehnbaren Gummireif um das Handgelenk – blaues Material mit gelben EU-Sternchen sowie dem Schriftzug: „Meine Stimme zählt.“ Gert Stuke rief zur Teilnahme an der Wahl zum Europa-Parlament am 26. Mai auf. „Der Ausgang wird starken Einfluss auf Europa, aber auch auf die Wirtschaft des Oldenburger Landes haben“, mahnte der Kammerpräsident. „Die meisten unserer Produkte werden in der EU abgesetzt“. Es gehe um die künftigen Rahmenbedingen.

Lesen Sie auch eine aktuelle IHK-Einschätzung zum Brexit

Ausbildung auf hohem Niveau

4372 neue Ausbildungsverträge wurden 2018 bei der Oldenburgischen IHK neu eingetragen – ein Plus von 2,5 Prozent. Sehr positiv fielen die Kreise Ammerland (plus 11,6 Prozent) und Oldenburg (10,4) auf. Auffallend auch: Der Metallbereich gewann mehr Auszubildende, auch der Hotel- und Gaststättensektor konnte leicht zulegen.

Stefan Bünting, der bei der IHK die Geschäfte für Aus- und Weiterbildung führt, erwartet für das laufende Jahr eine „stabile“ Entwicklung bei den Ausbildungsverträgen. Die Betriebe würden sich vermehrt früh ihren Azubi-Nachwuchs sichern.

Zum neuen Beruf „Kaufmann für E-Commerce“ gibt es 40 Ausbildungsverträge.

Nach diesem ungewöhnlichen Auftakt ging die IHK-Spitze wie üblich zu Schwerpunkten ihrer Arbeit über:

Hochschulen anzapfen

Die IHK will den Wissenstransfer aus den Hochschulen der Region beschleunigen, erläuterten Stuke und der neue Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Hildebrandt. Es gehe darum, die Innovationsfähigkeit zu stärken. „Von der Wissensproduktion sollen die Unternehmen mehr profitieren können. Hier werden wir neue Wege gehen“, kündigte Stuke an. Konkret kündigte er eine Stiftungsprofessur für die Uni Vechta an: „Innovationen im ländlichen Raum.“ Dafür will die Kammer über fünf Jahre mehr als eine Million Euro in die Hand nehmen.

Konjunktur-Dämpfer

Nach fast zehn Wachstumsjahren haben sich die Erwartungen der regionalen Wirtschaft zuletzt etwas eingetrübt, erläuterte Geschäftsführer Björn Schaeper. Die Risiken hätten zugenommen. Der langjährige IHK-Konjunkturklima-Index sei aber weiterhin „auf sehr hohem Niveau“. Im Reigen der aktuellen Belastungen zählte Schaeper auch die „Bürokratie“ auf – mit neuen Auflagen bei Datenschutz und Verpackungen. Säule der Konjunktur sei die Inlandsnachfrage.

Industrie

Die Industrie als wichtigster Wirtschaftssektor kam 2018 laut IHK nicht mehr weiter voran. Der Umsatz sank – mitgeprägt von Sondereinflüssen etwa durch Großaufträge oder Insolvenzen – um 0,4 Prozent. Stark zulegen konnten Maschinenbau (8,4 Prozent) und Bau (8,1), im Minus landeten Fahrzeugbau (-5,0 Prozent) und der wichtige Nahrungssektor (-1,0). Regional legte die Industrie im Kreis Oldenburg (plus 13,2 %) und in Wilhelmshaven (8,8) besonders stark zu. Schlusslicht war – wohl durch eine Schiffs- Abrechnung im Vorjahr – die Wesermarsch (-14,8 Prozent).

LNG via Wilhelmshaven!

Einmal mehr forderte die Oldenburgische IHK den Bund dazu auf, Wilhelmshaven beim Aufbau einer Infrastruktur für das Flüssiggas LNG zu fördern: „Wilhelmshaven ist der ideale Standort für ein Terminal“, meinte der für Verkehr zuständige Geschäftsführer Felix Jahn. Er verwies auf das tiefe Fahrwasser und die Nähe zum Gasfernleitungsnetz bei Etzel.

Berufsschule stärken

Erneut machte die IHK ihrem Unmut über die Unterrichtsversorgung und finanzielle Ausstattung der Berufsschulen Luft. Sie würden benachteiligt, und eine weitere Verschlimmerung drohe durch eine Budgetkürzung der frei verwendbaren Mittel. Es sei auch ungerecht, dass Handwerksgesellen zur Weiterbildung die „Meisterprämie“ bekommen könnten, aber eine junge Fachkraft im IHK-Bereich dabei leer ausgehe.

Konzepte für Handel

Von 64 Kommunen im IHK-Bezirk haben nur 27 ein aktuelles Konzept für den Einzelhandel. Darauf wies Geschäftsführerin Carola Havekost hin. „Es besteht Handlungsbedarf“, betonte sie mit Blick auf die Herausforderungen durch Online-Handel und Leerstände. Der Einzel habe für Lebensqualität und Attraktivität von Orten eine Schlüsselrolle.

Klage der Umwelthilfe

Die Oldenburgische IHK rief die Deutsche Umwelthilfe dazu auf, ihre Klage gegen die Stadt Oldenburg wegen Überschreitung von Schadstoff-Grenzwerten zurückzunehmen. Fahrverbote seien unverhältnismäßig.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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