OLDENBURG - Insgesamt sechs Regionalkonferenzen hat die CDU im Vorfeld ihres Bundesparteitags im November geplant. Für diesen Sonnabend sind nun die Mitglieder der Landesverbände Niedersachsen und Bremen eingeladen, bei der dritten Konferenz der Vorsitzenden zuzuhören und ihre Meinung zu äußern. Etwa 800 Anmeldungen liegen bislang vor. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des CDU-Landesverbands Oldenburg, Franz-Josef Holzenkamp (MdB) aus Emstek, und des niedersächsischen Landeschefs David McAllister sieht die Regie eine etwa 20-minütige Rede Merkels vor. Anschließend seien etwa zwei Stunden Zeit zur Diskussion, teilte das Konrad-Adenauer-Haus mit. Auch CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe nimmt an der Konferenz teil.
Zum Auftakt der Reihe der Regionalkonferenzen im hessischen Alsfeld am vergangenen Montag erwartete Merkel teils erhebliche Kritik an der europäischen Schulden-Politik. „Es wird nicht laufen mit Griechenland“, hatte beispielsweise der frühere Frankfurter Kämmerer Albrecht Glaser bemängelt. In Niedersachsen hatte sich vor wenigen Tagen der Braunschweiger Oberbürgermeister Gert Hoffmann kritisch geäußert. Die Eurokrise sei „zugegebenermaßen komplex“, sagte der CDU-Politiker, der sich sonst nie zu bundespolitischen Themen äußert, in einem Interview. Aber die politische Führung müsse sich „zu einem klaren Kurs durchringen“.
In Alsfeld hatte Merkel mit einer kämpferischen Rede bei vielen Parteimitgliedern zumindest Verständnis für ihren Europa-Kurs gewonnen – mit einer breiten Unterstützung habe die Basis aber weiterhin Probleme, berichteten Beobachter. Die CDU sieht die Notwendigkeit, die wichtigen Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit „hinreichend zu erklären“, wie der niedersächsische CDU-Generalsekretär Ulf Thiele sagt. Die Regionalkonferenz biete dazu Gelegenheit. Die Aussetzung der Wehrpflicht, die energiepolitischen Beschlüsse und die Maßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise seien große Themen. Dass die Fülle grundsätzlicher Reformen „Menschen gelegentlich überfordern kann“, sei der Partei bewusst. Wichtig sei, „dass es der Bundesregierung und unserer Parteispitze gelingt, diese Veränderungen auch hinreichend zu erklären“.
