OLDENBURG - OLDENBURG - 403 348 Wohnwagen und Wohnmobile sind im vergangenen Jahr in Deutschland gezählt worden – wo stehen diese teils riesigen Fahrzeuge bloß, wenn gerade keine Urlaubszeit ist? „Eigentlich fahren wir ganzjährig“, lachen Oswald Selke und Wilfried Schimjon vom Landesverband Weser-Ems im Deutschen Camping-Club. „Und viele haben sich für ihr Mobil einen Unterstand gesucht, zum Beispiel eine Scheune“, weiß Nils Linge vom ADAC Bremen. Die Reise-Experten wissen um die Beliebtheit der Wohnung auf Rädern, was sich auch am Wochenende bei der „Caravan, Freizeit & Reisen“ in der Weser-Ems-Halle zeigen wird.

Messen wie die in Oldenburg haben den Trend zum Wohnmobil allemal befördert. Im Jahr 2003 waren 363 000 Fahrzeuge gemeldet, zwei Jahre später schon 381 000, und nun ist die 400 000-Grenze geknackt. „Der Komfort in diesen Wagen ist eben unschlagbar“, findet Selke.

Wobei Komfort nicht nur viel mit Inneneinrichtung zu tun hat („Fernseher, Video und komplette Küche dürfen’s schon sein“), sondern auch mit dem Gefährt selbst. Selke: „Die Hersteller haben in den vergangenen Jahren mächtig nachgearbeitet. Die Fahrgestelle sind besser geworden, die Zuladefähigkeit höher. Insgesamt wird der Sicherheit größeres Augenmerk gewidmet.“ Zusätzlich erfreuen sich Trainingskurse besonders für Neulinge im großen Wohnmobil großer Beliebtheit; der ADAC bietet Einweisungen im Einparken und Rückwärtsfahren unter anderem in Oldenburg und Delmenhorst an.

Ähnlich wie der Deutsche Camping-Club, dessen Weser-Ems-Verband mit 4000 Mitgliedern zweitgrößter in Deutschland ist (nach Baden-Württemberg), sieht sich die Busreisebranche im Aufwind. „Im vergangenen Jahr zehn Prozent mehr Gäste“ hat z.B. Hermann Meyering von Auto-Fischer-Reisen (Leer) gezählt. „Unsere Branche setzt immer mehr auf Service, das zahlt sich aus. Außerdem haben verbesserte Fahrzeugtechnik und Fahrerausbildung dafür gesorgt, dass das Busreisen heute sehr sicher ist.“

Während die hochmodernen Busse nach dem Einsatz ein sicheres Domizil anfahren, ist die Frage nach dem Verbleib der Wohnmobile jenseits der Urlaubszeit noch ungeklärt. „Oft überwintern sie auf Campingplätzen“, beruhigt Oswald Selke. „Der Trend, sie einfach wild in eine Ecke zu stellen, ist jedenfalls vorbei.“