OLDENBURG - OLDENBURG - „Gratulation, super!“ Josef Batke aus Visbek (Kreis Vechta) stehen vor Freude fast Tränen in den Augen, als er die ersten Glückwünsche entgegen nimmt. Die schwarzbunte Kuh Kora aus dem Stall der Züchterfamilie hat gerade beim Europäischen Holstein-Wettbewerb in der Oldenburger Weser-Ems-Halle den ersten Platz in ihrer Altersklasse gemacht. „Das ist das Höchste für die Zucht“, ist Nichte Judith Batke-Busse nur zu bewusst, welchen Wert das für den Hof hat, auf dem 50 Schwarz- und Rotbunte stehen. Dass es für Kora noch zum Champion-Gesamtsieg bei den europäischen Jungkühen reichen kann, wagen Batkes nicht zu hoffen.
130 Kühe aus zwölf Ländern werden in der Halle vorgeführt. Bislang gab es diese Europa-Schau ausschließlich in Brüssel. Oldenburg setzt den gelungenen Startpunkt für die Wanderschau, die in Zukunft alle zwei Jahre woanders veranstaltet wird. Verbunden mit dem Schönheitswettbewerb der Holsteiner Kuhdamen ist auch eine Auktion, bei der insgesamt 31 Tiere den Besitzer wechseln. Herausragendes Ergebnis: Für das dreimonatiges Kalb „Gina“ aus den Niederlanden werden über 31 000 Euro gezahlt. Die Abstammungs-Daten haben die züchterischen Erwartungen so in die Höhe geschraubt. Als „Spekulation in die Zukunft“ bezeichnete Hartmut Zingel, Geschäftsführer der Weser-Ems-Union (WEU), diesen Kauf. Die WEU als Genossenschaft mit rund 4200 Rinderzuchtbetriebe im Raum Emsland, Oldenburg und Südoldenburg ist nicht nur prominent auf der Schau vertreten, sondern hat dem Deutschen Holstein-Verband (DHV) bei der Ausrichtung wesentlich unterstützt. Dass es eine gute
Entscheidung war, die Schau in Oldenburg auszurichten, so DHV-Geschäftsführer Dr. Egbert Feddersen, zeige die überwältigende Besucherresonanz, am zweiten Tag mit Kür der Champions kamen über 6000 Besucher. Auf den 24 000 Betrieben, die dem DHV angehören, stehen rund 1,65 Millionen Holsteiner Kühe im Stall.
Dreieinhalb Stunden nach dem ersten Sieg steht fest: Kora ist die schönste unter allen Jungkühen Europas, sie überzeugt die Preisrichter im Ring nämlich noch einmal.
