Oldenburg/Roffhausen - Der niedersächsische Fahrlehrerverband schlägt Alarm. „Wir haben Nachwuchs-Probleme. Es ist schwierig, Fahrlehrer zu bekommen“, sagt der Vorsitzende des Fahrlehrerverbands, Dieter Quentin. „Überall suchen Fahrschulen händeringend nach Mitarbeitern.“
Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes ist die Zahl der Fahrlehrer deutschlandweit zwischen 2011 und 2017 von rund 55 000 auf 44 500 gesunken. In Niedersachsen fehlen laut Quentin vermutlich bereits Hunderte von ausgebildeten Fahrlehrern.
Auch im Weser-Ems-Gebiet mangelt es an Fahrlehrern. Frank Prasuhn aus Ganderkesee ist im Verband zuständig für den Bezirk Oldenburg/Ostfriesland. Konkrete Zahlen, wie viele Fahrlehrer fehlen, gebe es nicht. „Aber es sind nie genug.“ Ein Grund ist seiner Ansicht nach die teure und aufwendige Ausbildung.
„Der fehlende Unterhalt ist das Schwierigste“, sagt Ulf Rosenow, Kreisvorsitzender des Verbands für Oldenburg. Da es sich um eine Vollzeit-Ausbildung handele, könne nebenbei nicht gearbeitet werden. Zu Beginn des Jahres sei das Fahrlehrergesetz geändert worden, um die Ausbildung ansprechender zu machen.
Laut Prasuhn sei der Beruf auch nicht für jeden attraktiv: „Viele sind die Arbeitszeiten nicht gewöhnt oder wollen abends nicht arbeiten.“
Das durchschnittliche Alter der Fahrlehrer in der Region liegt laut Rosenow zwischen 50 und 55 Jahren. Der Verband versucht, sich frühzeitig um Nachwuchs zu kümmern und arbeitet dafür eng mit den Fahrschulen zusammen. Denn während die Zahl der Fahrlehrer abnehme, steige laut Prasuhn die Zahl von Fahrschülern. Rosenow sieht das noch relativ gelassen: „Wir haben einen hohen Bedarf, aber noch keinen Notstand. Aber wir müssen uns beizeiten kümmern.“
In Schortens-Roffhausen (Kreis Friesland) wird die erste Fachschule für angehende Fahrlehrer im Nordwesten eröffnet. Dort werden vor allem Fahrlehrer für Berufskraftfahrer von Bussen und Lkw ausgebildet. Bisher mussten sie für die Vollzeit-Ausbildung nach Braunschweig, Bielefeld oder Hamburg.
