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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Aus Helfer wird Fachkraft

05.06.2019

Oldenburg /Sandkrug Der Fachkräftemangel ist ein gravierendes Problem in Deutschland. Zahlreiche Stellen zum Beispiel im Handwerk oder in der Pflege sind unbesetzt. Auch für viele Unternehmen und Einrichtungen in der Region gestaltet sich die Suche nach entsprechenden Fachkräften schwierig, während die Auftragsbücher voll sind.

Um dem Problem entgegenzuwirken, schulen immer mehr Unternehmen gering qualifizierte Beschäftigte bzw. bei ihnen tätige Helferinnen und Helfer zu Fachkräften um. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Betriebe und ihre Mitarbeiter dabei. So auch DS Holzbau in Sandkrug mit Chef Danjo Stöckel (30). Einer seiner acht Mitarbeiter ist der 25-jährige Oldenburger Patrick Rasch, der bisher als Bauhelfer bei DS Holzbau mitarbeitete und zuvor eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbauer begonnen hatte. Nun wird er zum Zimmerer umgeschult, da sein Chef große Stücke auf ihn hält. Stöckel wandte sich an die Agentur für Arbeit. „Pa­trick macht seine Arbeit wirklich gut, und ich wollte ihn gern ausbilden“, betont er.

Finanziell gefördert wird die zweijährige Umschulung zum Zimmerergesellen von der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Das Schlagwort lautet: Qualifizierungschancengesetz, das seit Januar 2019 in Kraft ist. Es knüpft an das seit 2007 bestehende Förderprogramm WeGebAU (Weiterbildung von gering qualifizierten Beschäftigten in Betrieben) an und bietet zusätzliche Fördermöglichkeiten. Die Höhe der Förderung der erwachsenen Umschüler ist abhängig von Faktoren wie Betriebsgröße und Qualifizierungsziel.

Durch die Umschulungen würden zusätzliche „Potenziale, die brachlagen“ aktiviert, betont Matthias Jantos, Qualifizierungsberater vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven. Eine Voraussetzung ist, dass der Umschüler bereits drei Jahre lang praktische Arbeitserfahrung gesammelt hat.

Bis zu 50 Prozent Zuschuss zum Arbeitsentgelt durch die Agentur für Arbeit sind möglich, so dass der Umschüler seinen Lebensstandard halten kann und nicht auf ein Lehrlingsgehalt zurückfällt. Auch Lehrgangs- und Fahrtkosten sowie Lernmittel werden bezuschusst. Beratung und eine kostenlose Nachhilfe („Umschulungsbegleitende Hilfen“) gehören ebenfalls zum Angebot dazu. Dabei „gewinnen alle“, sagt Jantos am Dienstag beim Pressetermin in der Agentur für Arbeit Oldenburg. Die Betriebe bekämen eine gut ausgebildete Fachkraft, die Umschüler eine hochwertige Ausbildung und die Agentur für Arbeit senke präventiv das Risiko der Arbeitslosigkeit. Auch mehrere zeitgleiche Umschulungen pro Betrieb sind möglich.

Patrick Rasch ist mit dem Verlauf seiner 2018 begonnenen Umschulung sehr zufrieden. Er steht kurz vor der Zwischenprüfung. Zwar sei es eine Umstellung gewesen, wieder in die Berufsschule zu gehen, zu lernen und in einer Klasse mit 17-/18-Jährigen zu sitzen, die bereits das erste Lehrjahr hinter sich haben. Doch er sei sehr motiviert. Es laufe immer besser. Der Kontakt sei sehr eng, beschreibt der 25-Jährige das Verhältnis zu seinen Mitschülern.

Umschulungen sind um ein Drittel kürzer als die reguläre duale Ausbildung, am Ende folgt die reguläre Gesellenprüfung. „Als Ausbilder muss man dranbleiben, damit das Lernen in der verkürzten Zeit klappt, auf der Baustelle und auch in der Berufsschule“, betont Stöckel, der im Rahmen der Umschulung zwangsläufig immer wieder auf die Arbeitskraft seines Mitarbeiters verzichten muss (Berufsschule/Lehrgänge). „Mein Meister und ich setzen uns mit Patrick hin und gehen die Aufgaben für den Fachunterricht gemeinsam durch.“

Eine Garantie, dass sein Mitarbeiter nach der Umschulung weiter bei ihm arbeitet, hat Danjo Stöckel nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch. „Ich bin meinem Chef sehr dankbar für diese Chance und möchte ihn stolz machen“, betont Patrick Rasch. Allgemein seien die Umschüler sehr engagiert und motiviert, berichtet Matthias Jantos. „So eine Umschulung ist nicht im Vorbeigehen gemacht.“ Erfreulich: Die Abbruchquote in seinem Betreuungsgebiet lag in den vergangenen Jahren bei unter zwei Prozent, so der Berater.

Im Agenturbezirk Oldenburg-Wilhelmshaven haben im vergangenen Jahr 115 gering qualifizierte Beschäftigte eine Umschulung begonnen. In der Stadt Oldenburg waren es rund 30. Der Schwerpunkt liegt auf der Altenpflege, dort gab es 74 Umschüler (15 in der Stadt Oldenburg). Im Handwerk waren es im Agenturbezirk 24 Umschüler (11 in Oldenburg).

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur ist zu erreichen unter Tel. 0800/4555520.


Mehr Informationen auch unter   www.arbeitsagentur.de 
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Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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