OLDENBURG - Orient-Express in Oldenburg: Die Bastler vom Modelleisenbahnclub der Stiftung Bahn-Sozialwerk haben im ehemaligen Bahnbetriebswerk ihre ganz persönlichen Träume auf die Gleise gebracht und präsentieren diese an den Adventssonntagen der Öffentlichkeit.

Über 500 Meter Schienen auf 40 Quadratmetern Fläche bedeuten nicht nur viel Zugverkehr. Auch die Landschaft hat einiges zu bieten: Auf dem detailliert gestalteten Burgberg ist Tag der offenen Tür, nebenan hängen Kletterer in der Steilwand, und ein Paar wird heimlich von einem Fotografen beobachtet.

Die Modellhäuser der Anlage bilden ganze Dörfer, wie Memeringen mit seinem Kindergarten. Auf der anderen Seite eine Radrenngruppe: „Die vorne haben gedopt, und die ohne Doping bleiben zurück“, sagt Werner Uven, Vorsitzender der Modellbahner, die seit acht Jahren an der Anlage basteln. Jüngstes Mitglied ist der 14-jährige Janik Smalla. „Mit etwa zehn Leuten arbeiten wir zweimal wöchentlich jeweils drei Stunden“, sagt Uven.

Wichtig: Alle Erwachsenen üben einen anderen Beruf aus. „Sonst würde es nicht funktionieren“, so Uven. Computergesteuerte Streckenführung und Landschaftsbau sind nur zwei der Anforderungen an die Bastler.

Am Schautag drängelten sich zahlreiche Besucher um die Landschaft. Nicht alle waren Fachmänner: „Es ist ein toller Anlass, meinem Sohn etwas zu bieten“, sagte Besucher Michael Komorek, „ich selber habe sonst keine Verbindung zu Modellbahnen.“