Oldenburg - Tierschützer haben vor einem Schlachthof in Oldenburg demonstriert und die endgültige Schließung des in der Kritik stehenden Betriebes gefordert. Die Veranstalter sprachen von mehr als 450 Teilnehmern, die Polizei von 200 bis 250. Mit gemeinsamen Protestgesängen, Plakaten und Schildern, sowie entsprechenden Parolen brachten alle Demonstranten ihre Forderungen zum Ausdruck. Zum Gedenken an die gequälten Tiere wurden Kerzen angezündet und weiße Rosen niedergelegt. Die gesamte Demonstration verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.
Das Deutsche Tierschutzbüro zeigte dabei auch neues heimlich gefilmtes Videomaterial. Es wirft dem Schlachthof unter anderem vor, Rinder bei Bewusstsein getötet und mit Elektroschockern misshandelt zu haben. Nach Angaben der Tierschützer sind auf den Aufnahmen auch Veterinäre zu sehen, die untätig blieben.
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Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt seit Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang November wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Behörden kündigten zudem schärfere Kontrollen an. Der Schlachthof räumte die Vorwürfe im Grundsatz ein und kündigte Konsequenzen an. In Niedersachsen soll es auch in Schlachthöfen in Bad Iburg und Laatzen bei Hannover Tierschutzverstöße gegeben haben. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte als Reaktion darauf eine Bundesratsinitiative zur Kameraüberwachung in Schlachtbetrieben angeregt.
Live-Video des Deutschen Tierschutzbüros von der Demo in Oldenburg (Facebook):
