OLDENBURG - Nicht jeder ist für das Thema „Belastete Lebensmittel“ die richtige Besetzung. „Tragen Sie einen Herzschrittmacher? Haben Sie künstliche Gelenke?“, klopft eine Mitarbeiterin die wartenden Journalisten auf ihre Dioxin-Tauglichkeit ab. „Denn dann sollten Sie hier auf keinen Fall reingehen!“
Die Ministerin steht da schon längst im Labor. Hinter Ilse Aigner (CSU) brummen die herzschrittmachergefährdenden Apparate, neben ihr erklärt Laves-Laborleiterin Elke Bruns-Weller die Kunst des Dioxin-Tests. Vier Tage kann so eine Untersuchung dauern, berichtet sie; in der Hand hält sie ein Mini-Reagenzglas. Die Ministerin lächelt kompetent in die Fernsehkameras.
Zögerlichkeit haben sie vorgeworfen, Unentschlossenheit – bei ihrem Besuch im Oldenburger Lebensmittelinstitut Laves demonstriert Aigner ihren Kritikern, dass sie ganz anders kann. Ein kurzes Statement im Regen vor dem Dienst-BMW, „ich habe im Verfahren keine Fehler gemacht“. Mit großen Schritten geht es die Treppen hinauf, ein schnelles Händeschütteln der artig aufgestellten Labor-Mitarbeiter, „machen Sie weiter so, mit Volldampf“. Auch sie macht weiter, noch ein Statement im Konferenzraumes, „Niedersachsen hat vieles richtig gemacht“. Auf einer Stellwand steht „Mehr Sicherheit für den Verbraucher“, darunter lächelt zufrieden eine Kuh. Bitte weitergehen.
In zwei Gruppen werden die Journalisten in den engen Raum geführt, „bitte nichts anfassen“, die Ministerin lächelt in die Kameras, nach fünf Minuten verschwindet sie zum Gespräch mit den Mitarbeitern hinter verschlossenen Türen. Keine weiteren Fragen bitte, ich habe zu tun.
Irgendwo in den Labors des Laves warten die Proben aus der Böseler Firma Lübbe auf ihre Untersuchungen, dort soll der Dioxinskandal seinen Anfang genommen haben: Das Thema „Belastete Lebensmittel“ ist noch längst nicht abgearbeitet. Ilse Aigners Auftritt in Oldenburg soll wohl allen Kritikern sagen: Ich bin die richtige Besetzung für die anstehenden Aufgaben.
