OLDENBURG - Geldverbrennerei käme es gleich, sich nicht auf den Internetauftritt zu konzentrieren. Dr. Kai Hudetz benutzt klare Worte, wenn es um Unternehmensstrategien für Social Media (soziale Plattformen im Internet) und andere Internetpräsenzen geht. Ohne Ziele und Professionalität ist das Online-Engagement blinder Aktionismus, zieht Hudetz vom Institut für Handelsforschung (ECC) das Fazit der bundesweiten Studie Internet im Handel 2010, die am Mittwoch mit der Oldenburger IHK vorgestellt wurde.
170 Unternehmen aus dem Oldenburger Land hatten an der Studie teilgenommen. Rund 84 Prozent der Handelsunternehmen verfügen über eine Internetpräsenz. Routiniert nutzen die Oldenburger Betriebe das Internet für verschiedene Geschäftsprozesse wie zum Beispiel den Schriftverkehr. Mehr als ein Viertel des gesamten Umsatzes werde mit dem Online-Vertrieb realisiert.
Das Internet sei ein wichtiges Informationsmedium, referiert Hudetz. Die Bedeutung von Smartphones steige kontinuierlich: Momentan hätte etwas jeder fünfte Bundesbürger das computerähnliche Handy in seinem Besitz, künftig seien rund 70 Prozent der Verbraucher damit ausgestattet, beruft sich Hudetz auf Prognosen. Mit deren Hilfe könnten die Verbraucher noch im Geschäft die Ladenpreise mit denen im Internet vergleichen und Verkäufer in Erklärungsnot bringen.
Neben Herausforderungen erwähnt Hudetz jedoch auch Vorteile des Einzelhandels gegenüber dem Online-Kauf: Die sofortige Verfügbarkeit in den Geschäftsräumen sei genauso ein Faktor wie die Inspektion der Konsumgüter mit allen Sinnen. Zudem könne der Einzelhandel mit Serviceleistungen und Beratung vor Ort punkten.
