OLDENBURG - Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten von Saia Burgess Mikritechnik: Beim Termin am Sonnabend wurden die Verhandlungen über den Sozialplan zwar vertagt, doch die Geschäftsführung der SBE deutete nach Angaben der Gewerkschaft einen gewissen Bewegungsspielraum an.
Die entscheidende Verhandlung im Einigungsstellenverfahren über Interessenausgleich und Sozialplan am Sonnabend im Hotel Heide nahm einen unerwarteten Verlauf. „Die Unternehmensseite hat überraschend und kurz vor dem für beide Seiten bindenden Einigungsstellenspruch angekündigt, die Teilbetriebsschließung noch einmal zu überdenken“, erklärte IG-Metall-Sekretär Peter Anders. Die Verhandlungen wurden von Protesten der Beschäftigten begleitet.
Wie berichtet, will der Auto-Schalterhersteller SBE Mikrotechnik, der zur Schweizer Saia Burgess KG (Tochter des chinesischen Konzerns Johnson Electric) gehört, die Produktion nach Ungarn verlegen. Grund seien die geringeren Lohnkosten, hatten die Geschäftsführer schon vorher erklärt. Außerdem seien wegen der Krise der Autobranche Aufträge in großem Ausmaß storniert worden.
71 Beschäftigte (90 Prozent davon Frauen) im Werk an der Straße Am Kreyenhof sind von der Arbeitslosigkeit bedroht. Nach Angaben der IG Metall sollen 60 Prozent der Belegschaft schon Ende März ihren Job verlieren, der Rest bis Ende 2009.
„Die Unternehmensseite hat glaubhaft versichert, dass sie ernsthaft über den Umfang und den Zeitpunkt der beabsichtigten Teilbetriebsschließung mit den verantwortlichen Gesellschaftern noch einmal reden will“, sagte Anders. Damit sei die Hoffnung verbunden, dass Arbeitsplätze doch länger als geplant am Standort Oldenburg zu halten seien. Bis zur Fortsetzung der Verhandlungen am 15. Januar wolle die Geschäftsführung neue Vorschläge machen.
