OLDENBURG - Mit einer Spende von über 60 000 Euro unterstützt die AOK die ambulante Hospizarbeit der Stiftung Evangelischer Hospizdienst Oldenburg. Regionaldirektor Jan-Gerd Indorf überreichte am Donnerstag einen symbolischen Scheck an Stiftungsvorstand Pastor Klaus Backhaus, Leiterin Renate Lohmann und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Ruth Ehlers.
Viele Menschen haben den Wunsch, zu Hause im Kreis der Familie zu sterben. Seit 2002 sind Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, ambulante Hospizdienste zu fördern und einen Zuschuss zu den Personalkosten zu leisten. „Der Wert der Arbeit ist immens“, sagte Indorf. Rückwirkend für das Jahr 2010, in dem 115 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig waren, erhält die Stiftung 60 492,30 Euro.
Mitarbeiterin Ruth Ehlers sucht zuerst den Kontakt zu den Angehörigen: „Zuviel will ich vorher gar nicht wissen, das lasse ich auf mich zukommen. Erst besuche ich die Betroffenen einmal in der Woche, dann häufiger. Ich gehe auch zur Beerdigung – allein schon, um für mich selbst abzuschließen“, sagte die ehrenamtliche Mitarbeiterin.
„Die Betreuung sieht immer anders aus“, erklärte Renate Lohmann. „Manchmal sind es auch die Angehörigen, die die Betreuung in Anspruch nehmen.“ Nicht nur Frauen engagieren sich in dieser Arbeit, die nicht immer leicht fällt. Ein Viertel der Mitarbeiter seien männlich, sagte Lohmann. In Seminaren werden sie vorbereitet. „Dabei geht es vor allem um Selbstreflexion und die eigene Vorstellung vom Tod“, sagte Lohmann.
50 Prozent der Betreuungen dauerten nur etwa einen Monat. „Nach dem dritten verstorbenen Menschen brauchen dann viele erstmal eine Pause. Dadurch entstehen manchmal Engpässe. Wir sind dankbar über jeden neuen Mitarbeiter, der sich bei uns engagieren möchte“, sagte die Leiterin. Da viele Mitarbeiter noch sind, sei es oft schwierig, für einen spontan anfallenden Einsatz Mitarbeiter zu finden. Im Januar beginnt ein neuer Vorbereitungskurs.
