OLDENBURG - Beste Lage, Innenstadtnähe, gute Verkehrsanbindung – eigentlich spricht alles dafür, dass das Grundstück an der vordersten Alexanderstraße ein Sahnestück für Immobilienhändler ist. Doch weit gefehlt: Seit Anfang des Jahrtausends ist die Fläche der einstigen Großraumdisco „Renaissance“ Brachland, alle Überlegungen für eine Nachnutzung scheiterten entweder am Veto des Eigentümers Christian Babatz oder des Stadtplanungsamtes.

Von daher ist es schon erstaunlich, dass das Areal wieder einmal Thema im Bauausschuss geworden ist – und es diesmal sogar Aussicht auf einen erfolgreichen Ausgang der Planung gibt. Die Wilhelmshavener Firma FDS Immobilien möchte als Vorhabenträger auf der Fläche im Dreieck Alexanderstraße/Nelkenstraße/Kreuzstraße ein Geschäfts- und Bürohaus errichten, und die Stadt will ihr dafür einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan an die Hand geben.

Die von dem Oldenburger Architektenbüro KHP vorgelegten Pläne sehen ein hauptsächlich von nur einem noch nicht benannten Unternehmen zu nutzendes Bauwerk vor. Drei bis fünf Geschosse soll das Gebäude besitzen und darin Raum für rund 200 Arbeitsplätze bieten. Insgesamt werden 2435 der 3869 Quadratmeter auf dem großen Grundstücks bebaut, die Höhe des Hauses beträgt bis zu 18,50 Meter.

Mit diesen Dimensionen ähnelt die neue Planung dem nie realisierten Vorhaben aus dem Jahr 2002 mit einer Wohn-, Geschäfts- und Dienstleistungsanlage. Diesmal allerdings könnten die Pläne wirklich in die Tat umgesetzt werden, da sie besser ins städtebauliche und verkehrliche Konzept passen.

Und auch die Frage der Verkehrsanbindung des Gebäudes ist von den Architekten schon beantwortet worden. Die Haupterschließung soll von der Alexander­straße aus hergestellt werden, unter anderem mit einer Zufahrt in eine Tiefgarage mit mindestens 48 Stellplätzen. Die Stadtverwaltung glaubt außerdem, dass das „zu erwartende zusätzliche Verkehrsaufkommen als verträglich einzustufen“ sei; größere Besucherströme seien nicht zu erwarten, und Linksabbiegen werde hier verboten.


Der Gasthof „Kannegeters Hus“ begründete die gastronomische Historie des Grundstücks unmittelbar gegenüber der Gertrudenkapelle.

Die Ära der Familie Würdemann beginnt. Heinrich Würdemann übernahm den Gasthof und nannte den Betrieb „Das Graue Roß“. Nach seinem Tod taufte seine Witwe die Gaststätte in „Würdemanns Gasthof“ um. Es folgte „Doodt Etablissement“; die Leitung hatten die Würdemann-Tochter Helene und ihr Mann Adolf Doodt.

In diesen Jahren hieß das Gasthaus „Janßens Eden­theater“. Dann kaufte das Unternehmen Doornkaat den Betrieb und benannte ihn in „Oldenburger Ball- und Konzerthaus Astoria“ um.

Das Gastronomie-Ehepaar Luzie und Walter Gallo pachteten das „Astoria“ (später „Zillertal“) und richteten hier weitere Nebenlokale („Maxim“, „Rauchfang“, „Gambrinus“) ein.

Start der Disco„Renaissance“ (später „Rockcafé“) unter neuer Führung

Schließung des Betriebs, Abriss im Oktober