OLDENBURG - Nein, Oldenburg kannte er vorher nicht, gestand Thorsten Becker, als er wusste, dass sein Büro bs+ Architektur und Städtebau (Frankfurt) den Wettbewerb „Alter Stadthafen“ gewonnen hatte. Aber er habe schnell erfasst, dass die Stadt etwas Besonderes habe mit den vielen Häusern aus dem Klassizismus. „Diese architektonische Qualität wollten wir im Entwurf zeitgemäß einsetzen.“

Darum wird es auch nicht der großstädtische Plan mit hohen Geschossbauten (den das drittplatzierte Büro Bolles und Wilson aus Münster entwickelte). Die relativ kleinen Stadtvillen im nördlichen Baubereich (sechs Grundstücksbesitzer) passen ins Oldenburger Bau-Ambiente, der Park mit Promenade am nördlichen Hunteufer sorgt für mehr Grün – dafür darf es am Südufer (Eigentümer Stadt und Rhein-Umschlag) etwas größer sein mit Bauten unter anderem für Lofts.

Den Rahmen bilden große Klötze: Im Westen soll das „Cinemaxx“ um ein Parkhaus plus Dienstleistung erweitert werden, im Osten könnte ein großer Gebäudekomplex den Bereich Weiterbildung der Universität beherbergen. Die Straße Stau wird derweil von der attraktiven Uferzone nach Norden an die Bahngleise verlegt. „Lärm zu Lärm, das ist vernünftig“, findet Stadtbaurat Frank-Egon Pantel.

Hinter den Frankfurtern landeten Angelis und Partner (Oldenburg) auf Rang zwei; sie betonen stärker die Nachbarschaft zum Wasser. Zudem wurde der Entwurf von Lorenzen APS (Kopenhagen) mit einem Ankauf gewürdigt.

Vom 21. April bis zum 4. Mai sind alle Entwürfe und Modelle in der Mohrmann-Halle am Pferdemarkt ausgestellt. Hier findet am 21. April ab 15 Uhr auch die offizielle Siegerehrung des Wettbewerbs statt.