OLDENBURG - Neues Futter für die Debatte um den Oldenburger Wohnungsmarkt: Nach einer am Mittwoch vorgelegten Studie standen in diesem Jahr in Oldenburg 1200 (2,7 Prozent) der insgesamt 43 252 vermarktbaren Geschosswohnungen leer. Damit liegt die Stadt genau im Mittelfeld von 100 untersuchten deutschen Städten. Berechnet hat das der weltweit tätige Energiedienstleister Techem gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut „empirica“ aus Bonn.
Enger Markt
Für GSG-Prokurist Rainer Zietlow ist die Quote von 2,7 Prozent ein weiterer Hinweis darauf, „dass der Wohnungsmarkt in Oldenburg eng ist.“ Hintergrund sei die große Attraktivität der Stadt, die allen Studien zufolge trotz des Bevölkerungsrückganges weiter wachsen werde. Wie mehrfach berichtet, haben Oldenburger Immobilienexperten 2008 einen Mangel an Wohnungen registriert, vor allem an günstigen und kleineren Einheiten. Auch die GSG als größter Anbieter in Oldenburg kann die Nachfrage zurzeit nicht immer zeitnah bedienen. Zietlow: „Unsere Leerstandsquote liegt unterhalb des Techem-Wertes.“ Dass Oldenburg auch in der Region gut dasteht, zeigt der Blick auf zwei Vergleichswerte: In der Stadt Emden liegt die von Techem errechnete Leerstandsquote bei 13,6 Prozent, in Bremerhaven bei 5,8 Prozent.
Stadt hat keine Statistik
Wie stimmig die von Techem errechnete Quote ist, kann man bei der Oldenburger Stadtverwaltung nicht beantworten: „Wir führen keine eigene Statisitik über Leerstände“, sagte am Mittwoch Stadtsprecherin Kerstin Geresser. Einen Mangel aber offenbart ein Blick ins Statistische Jahrbuch; dort wird die Zahl der Wohnungen in Oldenburg mit 83 083 angegeben. Das sind fast doppelt so viel wie der von Techem angegebene Basiswert. Hintergrund: Techem bewertet nur „professionell bewitschaftete Geschosswohnungen mit Zentralheizung und/oder Fernwärme“ – Wohneigentum fällt da genauso raus wie Mietwohnungen in privaten Ein- oder Zweifamilienhäusern.
