OLDENBURG - Der Arbeitsmarkt im Nordwesten entwickelt sich günstig. Die Zahl der Arbeitslosen sank im April im Oldenburger Land und in Ostfriesland sowohl gegenüber dem Vormonat als auch gegenüber dem Vorjahres-April – trotz der unsicheren Konjunkturlage. Zu den wenigen Ausreißern zählt der Agenturbezirk Wilhelmshaven mit 81 registrierten Arbeitslosen mehr als vor einem Jahr.
Im Oldenburger Land – mit Arbeitsagenturen in Oldenburg, Vechta und Wilhelmshaven – sank die Zahl der Arbeitslosen von März auf April eindrucksvoll um 2596 auf 39 677. Dies sind zugleich 1573 weniger als vor einem Jahr. Die spektakulärste Arbeitslosenquote meldete die Agentur für Arbeit Vechta. Im Landkreis beträgt sie nur 4,1 Prozent.
In Ostfriesland – mit Agenturen in Emden und Leer – sank die Zahl der Arbeitslosen im April gegenüber März um 3200 auf 22 342. Hier wirkten sich die üblichen saisonalen en Faktoren aus. Zugleich war die Arbeitslosenzahl um 782 niedriger als vor einem Jahr.
Auch in Niedersachsen ist die Arbeitslosigkeit im April deutlich zurückgegangen. Die Frühjahrsbelebung sorgte für 4,6 Prozent weniger Erwerbslose als im März, berichtete die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Hannover. Betroffen waren 310 558 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl damit um 3,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,8 Prozent, im März waren es 8,2 Prozent und vor einem Jahr 8,1 Prozent.
Sowohl die Zahl der Stellenmeldungen als auch die Beschäftigtenzahlen stiegen an, berichtete die Arbeitsagentur. Allerdings dürfe die für einen April außerordentlich erfreuliche Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Folgen der Wirtschaftskrise noch nicht überwunden sind, warnte der Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, Klaus Stietenroth.
Kurzarbeit wirke sich weiterhin dämpfend aus. Außerdem beruhe ein Teil des ungewöhnlich hohen Rückgangs der Erwerbslosenzahl auf Nachholeffekten. „Witterungsabhängige Betriebe holen nach dem Ende des kalten und langen Winters Neueinstellungen nach, die in früheren Jahren häufig schon im März vorgenommen wurden“, erläuterte Stietenroth.
Verstärkend auf die Entwicklung wirke der einsetzende Konjunkturaufschwung und die damit verbundene Belebung des Stellenmarktes. „Insbesondere in der Zeitarbeit, aber auch im Verarbeitenden Gewerbe und in der Baubranche ziehen die Stellenmeldungen der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr deutlich an“, so Stietenroth.
Auch im Land Bremen hellte sich im April die Lage auf dem Arbeitsmarkt auf. Insgesamt waren 39 226 Menschen arbeitslos gemeldet, 1,5 Prozent weniger als im März und 0,4 Prozent weniger als vor einem Jahr (Quote: 12,1).
(mit der Hauptagentur Emden und den Geschäftsstellen Aurich, Borkum, Juist, Norden, Norderney und Wittmund) sank die Zahl der Arbeitslosen von März auf April um 2156 bzw. 14,8 Prozent auf 12 419. Das sind zugleich 713 bzw. 5,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Besonders stark war der Rückgang sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat in der Gruppe der 15- bis 20-Jährigen (minus 21,6 und 24,2 Prozent).
(mit der Hauptagentur Leer und Geschäftsstellen in Papenburg und Sögel) sank die Zahl der Arbeitslosen im April gegenüber März um 1044 auf 9923. Gegenüber dem Vorjahres-April bedeutet dies einen Rückgang um 69. Gegenüber dem Vorjahr sind auffallend mehr 55- bis 65-Jährige arbeitslos gemeldet (24 Prozent). Einen Rückgang gibt es bei jungen Leuten.
