OLDENBURG - OLDENBURG - Heute herrscht in der Stadt noch Ruhe an der Streikfront, aber morgen bleibt der Müll vermutlich stehen. Die Gewerkschaft verdi rüstet sich zum Arbeitskampf.
„Ab Mittwoch muss beim Abfallwirtschaftsbetrieb mit Streik gerechnet werden, die Bevölkerung sollte sich darauf einstellen“, sagte verdi-Fachbereichsleiter Immo Schlepper gestern Abend nach einer „gut besuchten“ Versammlung von Abfall- und Abwasserwirtschaft – ohne ins Detail zu gehen.
Im Klartext heißt das: Die Gewerkschaft wird den Streik dort beginnen, wo sie schon mit dem eintägigen Probelauf am 1. Februar erfolgreich angesetzt hatte: beim Müll. An diesem Tag blieben in Oldenburg 16 000 Tonnen ungeleert.
Betroffen davon ist die Abfuhr von Rest- und Biomüll. Bestreikt werden auch die Wertstoffannahmestellen und die Mechanische Abfallbehandlungsanlage in Neuenwege. Nicht betroffen ist das (privat betriebene) Kompostwerk. Gelbe Säcke und blaue Papiertonnen (ebenfalls privat) werden abgefahren.
Der Streik wird sich auch auf die Straßenreinigung und auf die (inzwischen beim OOWV angesiedelte) Abwasserwirtschaft erstrecken. „Wir werden aber für einen Notdienst sorgen“, verspricht Schlepper, „der Winterdienst wird geregelt, im Fall von Blitzeis werden wir reagieren – und auch bei Wassersrohrbrüchen greifen wir ein.“ Entsprechende Vereinbarungen sollen heute abgeschlossen werden.
Axel Frerichs vom OOWV sieht den laufenden Betrieb gesichert. Im Falle eines längeren Arbeitskampfes könne es aber zu Abstrichen bei Kundenwünschen (.B. bei Unterhaltungsarbeiten kommen.
Wie weit der Streik auf andere Bereiche ausgedehnt wird, soll nach den Worten von verdi-Sekretär Peter Syga heute entschieden werden. Beim Aktionstag am 1. Februar hatte es das Klinikum (Absage nicht termingebundener Eingriffe) und Kindertagesstätten (eine Schließung, mehrere Notgruppen) getroffen. Jetzt könnten auch Uni und Fachhochschule folgen.
