OLDENBURG - OLDENBURG - Weil die Gewerkschaft gegen längere Arbeitszeiten kämpft, bleiben die Mülltonnen am nächsten Mittwoch voll. An diesem Tag streiken die Beschäftigten des Abfallwirtschaftsbetriebes.

Betroffen sind rund 15 000 Haushalte, die als Folge vier Wochen auf ihrem Müll sitzen bleiben. Bio- und Restmülltonne werden nicht geleert. An diesem Tag bleiben auch die Wertstoffannahmestellen und die Mechanische Abfallbehandlungsanlage in Neuenwege für die Öffentlichkeit geschlossen. Nicht betroffen ist das Kompostwerk in Neuenwege. Auch die (privatwirtschaftlich betriebene) Abfuhr von gelbem Sack und blauer Tonne läuft weiter.

„Die Bevölkerung sollte sich bei der Bewirtschaftung ihrer Abfälle ab sofort darauf einstellen“, warnte die Stadtverwaltung gestern und riet zu „sorgfältigem Trennverhalten“ und vorübergehender Zwischenlagerung geruchsneutraler Restabfälle. „Eine Nachentsorgung an einem anderen Tag ist leider nicht möglich“, sagte Stadtsprecher Jürgen Krogmann zur NWZ . „Dazu müssten wir Überstunden anordnen – und das ist bei einem Streik nicht zulässig.“

Die Arbeitskampf ist auf Mittwoch beschränkt. „Es bleibt zunächst bei dem einen Tag“, erklärte verdi-Sekretär Peter Syga auf NWZ -Anfrage, „aber wir überlegen, den Aktionstag auf die ganze Stadt Oldenburg auszuweiten.“

Mit dem Streik protestiert verdi gegen die Kündigung der Arbeitszeitklausel im Tarifvertrag durch den Kommunalen Arbeitgeberverband. Das soll den Kommunen ermöglichen die Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden anzuheben. Dagegen sind laut Syga stärkere Geschütze geplant: Vom 6. bis 8. Februar läuft eine Urabstimmung.