OLDENBURG - Im Schnitt jünger, sehr betriebstreu, überdurchschnittlich oft männlich und mit einem Grundgehalt von 127 852 Euro ausgestattet: Das Profil der Geschäftsführer und Vorstände mittelständischer Unternehmen im Raum Weser-Ems weist durchaus einige Unterschiede zum Bundesschnitt aus. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Vergütungsstudie für das Jahr 2009 von Status, Beratungsgesellschaft für moderne Vergütung mbh, aus Oldenburg hervor.
„Vergütungsstudien geben Managern Sicherheit und Orientierung, wie sie im Vergleich liegen“, sagt Status-Geschäftsführer Dr. Cord Imelmann über die nach Ansicht der Beratungsgesellschaft erste Erhebung dieser Art für den Nordwesten. Rund 500 mittelständische Unternehmen in Weser-Ems hatte Status angeschrieben, knapp 100 Geschäftsführer und Vorstände hätten geantwortet.
Auffällig sei u. a. gewesen, dass mit knapp zehn Prozent der Anteil weiblicher Geschäftsführer in der Region Weser-Ems weit unter dem Bundesdurchschnitt von knapp 16 Prozent liegt. Weiterer Unterschied: 57 Prozent der befragten Manager in Weser-Ems seien älter als 45 Jahre, elf Prozent davon 55 Jahre und älter. Im Bundesschnitt sind dagegen 68 Prozent älter als 45 Jahre, davon 36 Prozent älter als 55 Jahre. Auf der anderen Seite waren 13 Prozent der befragten Führungskräfte in Weser-Ems jünger als 34 Jahre, bundesweit sind dies nur knapp sieben Prozent.
In Weser-Ems sind laut Studie überdies 52 Prozent der Führungskräfte zwischen fünf und 20 Jahren in ihren heutigen Betrieben beschäftigt und 60 Prozent besitzen zwischen fünf und 20 Jahren Erfahrung in der Funktion als Geschäftsführer. Im Bundesvergleich ist bei gleicher Unternehmenszugehörigkeit der Wert mit knapp 50 Prozent angegeben. „Die Geschäftsführer aus unserer Erhebung sind ihren Unternehmen treu und darin liegt ein Erfolgsfaktor mittelständischer Unternehmen in unserer Region“, so Stephan Theuerkauff von Status.
Das durchschnittliche Grundgehalt von Geschäftsführern in Weser-Ems beträgt laut der Erhebung 127 852 Euro im Jahr. Die Gesamtbezüge (mit variablen Komponenten) liegen im Schnitt bei 176 335 Euro. Die Bandbreite reicht von weniger als 50 000 bis deutlich über 300 000 Euro.
Wichtige Kriterien für Unterschiede seien u.a. die Unternehmensgröße und der Wirtschaftszweig. Am höchsten sind die Bezüge in der Finanzwirtschaft sowie in Industrie- und Produktionsunternehmen, am niedrigsten im Handwerk.
Als für die Zukunft zunehmend bedeutenden Faktor sieht Status betriebliche Zusatzleistungen an. „Die Frage, wie ein Unternehmen intelligenter vergüten kann, ohne immer mehr Geld auszugeben, wird immer wichtiger“, meint Status-Geschäftsführer Michael Hass. Zwar seien betriebliche Altersversorgung oder Dienstwagenmodelle bei Geschäftsführern schon weit verbreitet, an ganzheitlichen Modellen, die steuerliche Vorteile etwa bei der Anschaffung von Mobiltelefonen berücksichtigten, fehle es in den Unternehmen aber noch. Hier gebe es noch großen Beratungsbedarf, so Hass.
