OLDENBURG - Frauen machen zwar die besseren Studienabschlüsse, studieren aber häufig die falschen Fächer, um in der Wirtschaft Karriere zu machen. Zu diesem Schluss kommt die Wirtschafts-Professorin Sonja Bischoff, die am Mittwoch-nachmittag im Oldenburger Landtag sprach und die Ergebnisse ihrer jüngsten Studie vorstellte.

Auf Initiative des Europäischen Informationszentrums in Niedersachsen ging es bei dem Symposion um das Thema „Gemischte Teams segeln besser – Neue Chancen für Führungskräfte in Europa“. Oldenburgs Erste Stadträtin Silke Meyn berichtete in ihrem Grußwort, dass bei Fachtreffen im Bereich der kommunalen Finanzen, die sie als Kämmerin verantwortet, häufig nicht viele Frauen zu finden seien.

Eingeladen zu der Tagung waren von EIZ-Leitern Bettina Raddatz und Michael Runge (Staatskanzlei) auch Gäste aus den Niederlanden. So berichtete Rika Schuiling, Regionalmanagerin der Arbeitsagentur in Groningen, unter dem Titel „Auf hohen Hacken zum erfolg“ von deren Bestrebungen, mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. So wurde u.a. ein Talentpool eingerichtet, in dem die gut ausgebildeten Frauen mit ihren Lebensläufen zu finden sind.

Sonja Bischoff, die seit 1986 zum Thema Frauenkarrieren forscht, hat analysiert, dass junge Frauen zu wenig „karriereorientiert“ studieren und zu selten Betriebs- oder Volkswirtschaft oder Natur- und Ingenieurwissenschaften belegten. Das seien die relevanten Fächer, aus denen heraus später die Top-Positonen besetzt würden. Sonja Bischoff ist nicht überzeugt von einer Quotenlösung, um mehr Frauen für Führungsaufgaben zu gewinnen.

„Wenn wir die Qualität der Führungsebenen verbessern wollen, dann ist es unsinnig, ein bisher zu häufig fachfremdes Kriterium, nämlich männliches Geschlecht, durch ein anderes fachfremdes Kriterium für Beförderung, nämlich weibliches Geschlecht, zu ersetzen.“


Viel Beifall gab es für Dr. Anne Kosfeld, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Oldenburg, und Johannes Reichelt, Personaldirektor der Landessparkasse zu Oldenburg, die die Frauenförderprogramme ihrer Unternehmen vorstellten. Beide vergeben auch Führungspositionen an Frauen in Teilzeit.