OLDENBURG - Beim Tierschutz nimmt das Land Niedersachsen bundesweit eine Vorreiterrolle ein – weil ein Großteil der Nutztierzucht auf niedersächsischem Boden angesiedelt ist. Das sagte Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) zum Auftakt des 7. Niedersächsischen Tierschutzsymposiums am Donnerstag in Oldenburg.
Dort beraten 160 Experten aus ganz Deutschland über die Umsetzung neuer Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis für die Fortentwicklung des Tierschutzes sowohl in der Nutztier- als auch in der Heimtierhaltung. „Es ist wichtig, dass Lösungen gefunden werden, die für die Tiere nutzbar und für die Halter machbar sind“, sagte Ehlen.
Einfluss auf Qualität
Nach Ansicht von Dr. Sabine Petermann, Leiterin des Tierschutzdienstes im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), haben häufig schon kleinere Veränderungen in der Haltungsumwelt große Auswirkungen auf Wohlbefinden und Gesundheit der Tiere. Und dieses Wohlbefinden habe einen unmittelbaren Einfluss auf die Qualität der Lebensmittel, ergänzte
Laves-Präsident Dr. Eberhard Haunhorst.
Das Themenspektrum des Symposiums reicht von der ganzjährigen Weidehaltung von Rindern, Schafen und Pferden über die aktuelle Debatte um die Besatzdichte in der Hühnermast bis hin zu tiergerechten Kälberhaltung. Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft gibt es auch in der Beurteilung des Schmerzempfindens von Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Die Teilnehmer besichtigen auch Betriebe, die bemüht sind, neuartige tiergerechte Haltungsformen wirtschaftlich tragfähig in die Praxis umzusetzen.
EU stellt Bedingungen
Der Tierschutz ist als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Und die Europäische Union hat einen Aktionsplan zur Verbesserung des Tierschutzes verabschiedet: Brüsseler Direktzahlungen an die Landwirte sind mittlerweile auch an die Einhaltung von Tierschutzstandards geknüpft.
