OLDENBURG - Die Länder Lateinamerikas erleben derzeit mit durchschnittlich sechs Prozent Wachstum einen wirtschaftlichen Aufschwung. Um den süd- und mittelamerikanischen Markt wieder mehr ins Blickfeld zu rücken, veranstalteten die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Bremer Handelskammer am Donnerstag das erste „Wirtschaftsforum Lateinamerika“ im Oldenburger PFL. Rund 90 Wirtschaftsvertreter nahmen teil.

„Von dem großen Interesse an neuen Technologien können deutsche Unternehmen profitieren“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Joachim Peters. Nachfrage bestehe vor allem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, erneuerbare Energien, Sicherheitstechnik und Logistik. Durch den Rohstoffreichtum, eine erstarkende und konsumfreudige Mittelschicht und ein höheres Bruttoinlandsprodukt als China oder Indien bieten Wirtschaftsbeziehungen zu Ländern in Süd- und Mittelamerika viele Chancen für deutsche Unternehmen, so der Tenor der Veranstaltung. Wichtigster Handelspartner ist Brasilien, wo 1200 deutsche Unternehmen Standorte unterhalten. Andere Länder holen auf.

Einfach sei das Südamerikageschäft allerdings nicht, sagte Kai Wehmeyer, Finanzvorstand der Big Dutchman AG aus Calveslage (Vechta). 2000 hatte der südoldenburgische Stallausrüster ein brasilianisches Unternehmen übernommen und es über mehrere Jahre saniert. „In Brasilien verdient zuerst der Staat, dann der Unternehmer“, verwies Wehmeyer auf Zollschranken und hohe Steuerbelastungen in dem größten südamerikanischen Land. Diese Hürden seien aber kein Grund, vor einem Engagement zurückzuschrecken, so Wehmeyer: „Die Politik kann den Boom nicht aufhalten – und das ist gut so.“

Das Forum soll eine Fortsetzung finden. Die Oldenburgische IHK plant bis zum Herbst die Gründung eines Lateinamerika-Netzwerkes.

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