OLDENBURG - Steht das Exportmodell Deutschland vor dem Ende? Diese Frage warfen Prof. Dr. Rudolf Hickel (Bremen) und Prof. Dr. Reinhard Pfriem (Oldenburg) auf einer Tagung der Kooperationsstelle Hochschule/Gewerkschaften der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Oldenburg am Dienstag in der Uni Oldenburg auf. Das Thema der Veranstaltung lautete „Betriebliche Interessenvertretung in der Krise – Hintergründe und Handlungsanforderungen“.
„Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung stellt betriebliche Interessenvertretungen in den verschiedenen Branchen vor die unterschiedlichsten Herausforderungen“, sagte Harald Büsing, Leiter der Kooperationsstelle. Die Finanzkrise entwickele sich in diesem Jahr in vielen Branchen und Betrieben zur Wirtschafts- und damit zur Absatzkrise. Beschäftigungseinbrüche und Arbeitsplatzvernichtung seien zu befürchten oder schon absehbar, so Büsing.
Im ersten Teil der sehr gut besuchten Tagung standen die Ursachen der Krise und mögliche Auswege im Mittelpunkt. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, ob es ausreicht, sich mit der Krise nur wirtschaftspolitisch auseinander zu setzen? Um der Krise dauerhaft zu begegnen, müsse man auch eine kulturelle Umorientierung vornehmen, meinte Pfriem. „Veränderungspotenzial“ liege in neuen Strategien der Lebensführung, des Konsumierens und Produzierens.
Im zweiten Tagungsteil wurden die betrieblichen Interessenvertreter über Möglichkeiten zum Umgang mit Arbeitsplatz- und Beschäftigungsproblemen informiert. „Kurzarbeit nutzen – Qualifizieren statt entlassen“, hieß es. Konkrete Angebote zu Bewältigungsstrategien von betrieblichen Krisenentwicklungen wurden präsentiert. Die aktuelle Förderung von Kurzarbeit und Qualifizierung wurde ebenso beleuchtet wie die Einschätzung betrieblicher Situationen mit Bildungsbedarfsanalysen. Eckpunkte für Betriebsvereinbarungen und betriebliche Maßnahmenkonzepte wurden ebenfalls vorgestellt.
