OLDENBURG - Vieles müsse variabler werden. Das gilt auch für Arbeitszeiten und Qualifikationen.
Von Rüdiger zu Klampen
OLDENBURG - Der Arbeitgeberverband Oldenburg (AGV) hat vor hohen Tariflohnsteigerungen gewarnt. Angesichts der sehr unterschiedlichen Ertragslage der einzelnen Unternehmen und der unsicheren Zukunftsaussichten sollte es darum gehen, dass im Wesentlichen die derzeitigen Personalkosten „als Kalkulationsgrundlage bestehen bleiben“. Auf die könne man dann in schlechteren Zeiten zurückgehen und so u.U. auch Entlassungen vermeiden, sagte AGV-Vorstandsvorsitzender Jörg Waskönig (Waskönig + Walter/Ramsloh) bei der Jahrespressekonferenz.Der Verband plädierte für „flexible Bestandteile“ in Abhängigkeit vom Betriebserfolg. Der Mittelstand müsse atmen können. Waskönig sprach von einer „unheilvollen Allianz von Politik und Gewerkschaften“, die hohe Tarifforderungen für 2007 formulierten. Das könne „Gift für die Konjunktur“ werden.
Die „Spreizung der Konjunktur“ nehme zu. Es sei schwierig, „eine Prozentzahl für alle zu ermitteln“, sagte AGV-Hauptgeschäftsführer Jürgen Lehmann. Er plädierte dafür, die Schwelle für zusätzliche Beschäftigung durch eine Lockerung des Kündigungsschutzes und niedrigere Einstiegslöhne zu senken.
AGV-Vorstandsmitglied Werner zu Jeddeloh (Büfa/Oldenburg) betonte die Notwendigkeit von mehr Arbeitszeit-Flexibilisierung bis hin zu vorübergehend zehn Stunden Arbeit pro Tag, wenn es die Lage erfordere. Der Zeitraum für Zeitkonten solle durchaus mehrere Jahre betragen. Der 2. stellvertretende Vorsitzende Wulf Schmidt-Sacht (CeWe Color/Oldenburg) wies darauf hin, dass die extreme saisonale Arbeitszeitflexibilität maßgeblich mit zum Überleben von CeWe im dramatischen Wandel des Marktes beigetragen habe.
Der 1. stellvertretende Vorsitzende Johannes van der Linde (Ludwig Freytag/Oldenburg) rief die Arbeitnehmer zu Flexibilität bei ihren Qualifikationen auf. Sie müssten Bereitschaft zeigen, „in Bereiche hinein zu gehen, in denen Mangel herrscht“.
