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Tarifverhandlungen Oldenburg: Evangelisches Krankenhaus spricht mit Gewerkschaft

Michael Exner

OLDENBURG - In der Tarif-Auseinandersetzung am Evangelischen Krankenhaus haben die Beschäftigten den Durchbruch geschafft. Das Haus wird Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufnehmen und so das kirchliche Arbeitsrecht verlassen – als erste dieser Einrichtungen in Niedersachsen, wie der Evangelische Pressedienst meldete. Die Gehälter sollen noch im Dezember um zwei Prozent (plus 500 Euro Einmalzahlung) steigen.

Die Entscheidung in der langen und von Streiks begleiteten Auseinandersetzung (die

NWZ

  berichtete) war am Wochenende gefallen. Da hatte der Aufsichtsrat nach Angaben von Krankenhaus-Sprecherin Angela Rieger-Garthoff „in einer außerordentlichen Sitzung den Weg frei gemacht für Tarifverträge im Haus“. Damit würden die Weichen gestellt für eine zukunftsfähige und befriedigende Lösung der Arbeitsrechtsetzung im EV. Die Verhandlungen über Tarifverträge könnten durch den Vorstand schnellstmöglich aufgenommen werden; Marburger Bund wie auch Verdi hätten aus ihren Reihen bereits Tarifkommissionen gewählt. Am Donnerstag, 1. Dezember, solle der Fortgang der Verhandlungen festgelegt werden.

Nach einer am Sonnabend veröffentlichten Absichtsbekundung besteht Einigkeit in der Zielsetzung, noch im Dezember eine Tarifsteigerung vorzunehmen und „die Transformation der AVR K (der kirchlichen Arbeitsvertragsrichtlinien, die Red.) in einen Tarifvertrag innerhalb der ersten Wochen in 2012 umsetzen zu wollen“.

Nach Abschluss des Streits zeigten sich alle Seiten erleichtert. „Wir sind froh, dass der Aufsichtsrat diese für ihn sicher schwierige, aber für das Evangelische gute Entscheidung getroffen hat, auch und vor allem im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärten EV-Vorstand Thomas Kempe, Dr. Rüdiger Schönfeld als Sprecher der Chefärzte und der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung Hans-Peter Oehne in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Wir sind sicher, dass das Evangelische Krankenhaus Oldenburg sich damit weiterhin erfolgreich am Markt positionieren kann.“

Damit geht ein längerer Arbeitskampf zu Ende. Zweimal innerhalb von zwei Monaten hatten 250 Ärzte und Pflegende vor der Krankenhaustür gestanden und ihre Forderung nach einem Haustarifvertrag bekräftigt. Das kirchliche Arbeitsrecht erlaubt derzeit keine Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Berufung von Dr. Rüdiger Schönfeld als Medizinischen Vorstand des EV zum Jahreswechsel angekündigt. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. Gyde Jungjohann an, die das Haus nach internen Auseinandersetzungen im März überraschend verlassen hatte.

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