OLDENBURG - Das geschulte Auge des Installateurmeisters Frank Eilers aus Hude-Wüsting hat die energetischen Schwachpunkte im 110 Quadratmeter großen Bungalow von Klemens (70) und Ute (66) Kathmann innerhalb nur einer halben Stunde erkannt: Die Außenwände des 1975 in Oldenburg-Osternburg errichteten Einfamilienhauses sind nicht optimal wärmegedämmt, die Decke des Kriechkellers ist zu schwach und die Rolladen-Kästen an den Fenstern sind gar nicht isoliert, die 1991 eingebaute Niedrigtemperatur-Heizung hat ihre Zeit längst erreicht. „Da wird Geld zum Fenster herausgeheizt“, sagt Eilers und rät zu Sanierungsmaßnahmen: Bis zu 20 Prozent Energiekosten könnten nach ersten Berechnungen im Kathmann-Haushalt gespart werden.

Die Eheleute hatten sich fachmännischen Rat im Rahmen der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück geholt, die von der Handwerkskammer Oldenburg (HWK) unterstützt wird. Dabei bieten speziell geschulte Handwerkern in der Region einen kostenlosen Energie-Check für Immobilien an. „Dabei offenbart sich verlässlich, wo Handlungsbedarf ist“, weiß Kampagnen-Koordinator Detlef Alt (HWK).

Rund 200 Interessenten aus dem Oldenburger Land haben bisher bei der Kammer schriftlich um einen Gutschein für den Energie-Check nachgefragt. Für den Check hat die DBU einen Fragebogen mit neun Bewertungskriterien im Ampel-System entwickelt: Von dunkelgrün (gut) bis dunkelrot (schlecht) reicht die mit Kennziffern verbundene Skala. Die Kathmann-Immobilie wurde am Ende der Bewertung im gelb-roten Bereich eingeordnet: „Das Haus bietet durchaus die Möglichkeit, Energiekosten zu verringern“, sagt Fachmann Frank Eilers.

Die Kathmanns können den Energiestatus ihres Hauses nun besser einschätzen – ganz im Gegensatz zu anderen Hausbesitzern: „Die meisten kennen ihren Energieverbrauch gar nicht genau und wohnen in Energieschleudern“, sagt HWK-Sprecher Detlef Alt, der einen Sanierungseffekt aus eigenem Erleben kennt: „Man erlebt ein neues Wohlgefühls.“

(Fortsetzung folgt)