OLDENBURG - Mike Schnase befindet sich wieder auf dem Weg der Besserung. „Es geht in großen Schritten bergauf“, erzählt Mikes Mutter Betina, „die Ärzte sind total zufrieden mit ihm.“

Das sah vor vier Wochen noch ganz anders aus. Neun Wochen war Mike (die NWZ berichtete) wegen eines möglicherweise beginnenden Abstoßungsprozesses in der Universitätsklinik Hannover behandelt worden. Im Mai hatte der 18-Jährige, der an einer seltenen Blutkrebsform erkrankt war, eine Knochenmarkspende erhalten. Im Juli zeigten sich dann Symptome eines beginnenden Abstoßungsprozesses. Deshalb wurde er seit August gegen die äußerst schmerzhafte Transplantat-Gegen-Wirt-Erkrankung behandelt. In seinem Körper sind durch diese Krankheit alle Schleimhäute angegriffen. Dagegen half das Medikament ATG, das Mike verabreicht wurde. Die Therapie erstreckte sich über mehrere Wochen.

„Für Mike eine endlose und qualvolle Zeit“, berichtet Betina Schnase von den Leiden ihres Sohnes. Vor vier Wochen reichte es ihm dann. Auf eigenen Wunsch und gegen den Willen der behandelnden Ärzte verließ er das Krankenhaus und ist seitdem wieder zu Hause. Betina Schnase: „Die Ärzte willigten nur ein, weil Mikes psychische Verfassung immer schlechter wurde. Der Wunsch, wieder nach Hause zu kommen, wurde übermächtig.“

Dort hatte die Familie bereits alles für Mikes Rückkehr vorbereitet, ein Krankenbett, einen Rollstuhl und einen Pflegedienst organisiert. Die ersten Tage waren hart, Mike musste sich immer wieder übergeben und bedurfte intensiver Betreuung. „Doch mit einem Mal besserte sich Mikes Verfassung“, erinnert sich Betina Schnase. Er konnte wieder normal essen und Kraft tanken.

Nun ist er schon wieder mit seinen Freunden im Bürgerbusch unterwegs und genießt die herbstliche Färbung des Laubes. Den Rollstuhl braucht Mike kaum noch, erzählt er stolz, wenn er von den Spaziergängen zurückkehrt. Einmal in der Woche kommt eine Krankenschwester ins Haus der Familie Schnase, einmal wöchentlich fahren sie zum Arzt in die Kreyenbrücker Kinderklinik.


Nach Hannover in die Universitätsklinik muss er nur noch alle 14 Tage. „Für Mike ein Höllentrip, dann kommen die Erinnerungen an die schlimmen Wochen wieder hoch“, sagt Betina Schnase. Das gespendete Knochenmark ist im Übrigen zu 100 Prozent angewachsen.