OLDENBURG - Reif für die Insel? Für die Oldenburger Software-Unternehmer Rolf Hilchner und Heinz-Wilhelm Bogena (Ashampoo) klingt das wie Hohn. „Wir würden unsere Investments auf Wangerooge lieber heute als morgen aufgeben – und würden unsere Immobilien sogar zum Einstandspreis abgeben“, sagt Hilchner. Und dabei geht es nicht um Kleinigkeiten.
Die beiden hatten 2009 ein ehemaliges Kinderheim für 650 000 Euro gekauft und zur Diskothek „Beachclub“ umgebaut, 2010 das Westturm-Café gekauft und saniert sowie 2011 eine Immobilie mit 15 Ferienwohnungen für mehr als eine Million Euro geplant. Beide hatten sich oft als Wangerooge-Fans bezeichnet – doch die Liebe ist erloschen. Etwa 1,5 bis zwei Millionen Euro haben sie nach eigenen Angaben investiert.
Hintergrund sind anhaltende Auseinandersetzungen mit Politik und Verwaltung der Inselgemeinde. „Die Insel ist wunderschön, aber Geschäfte kann man dort nicht machen“, sagt Hilchner.
Letzter Anlass für die Rückzugspläne sind nach seinen Angaben Auseinandersetzungen um das Ferienwohnungs-Projekt. Da es auf der Insel keine Bebauungspläne gibt, richten sich die genehmigungsfähigen Baugrenzen nach den Grundstücksgrenzen der Nachbarn. „Vom Landkreis Friesland hatten wir bereits ,Grünes Licht’ für das Projekt erhalten“, sagt Hilchner. Die Inselgemeinde sah das anders, lehnte die geplante Überschreitung der Baugrenzen um 2,50 Meter ab, ließ dann aber einen Meter zu – Hilchner hält das für Willkür: „Ich glaube, dass man auf der Insel den Bau moderner, komfortabler Ferienwohnungen nicht will, weil das Konkurrenz bedeutet.“
Glücklich wurden die Investoren auch mit der Disko „Beachclub“ nicht. Sie wurde vom erfahrenen Oldenburger Gastronomen Andreas Baumann („Charlys“) betrieben, aber die Gästezahl reichte in zwei Sommern nicht für schwarze Zahlen. Nun bleibt sie geschlossen. Die Gemeinde hatte die Disko nur über eine Ausnahmegenehmigung erlaubt – die von Hilchner und Bogena nach dem Aus beantragte Genehmigung für eine Wohnnutzung wurde abgelehnt. Die Immobilie bleibt ein Kinderheim – und wenn es dabei bleibt, will Hilchner das Gebäude als Heim für schwer erziehbare Jugendliche vermarkten oder eben verkaufen.
Streit gibt es auch um das gut laufende Westturm-Café: Die Gemeinde habe unter anderem verlangt, ein Werbeschild am Hafen abzubauen.
Was Hilchner und Bogena als Benachteiligung ortsfremder Investoren sehen, wird auf der Insel anders bewertet: Walter Meinerts von der Wangerooger Bauverwaltung fände bedauerlich, wenn Hilchner der Insel den Rücken kehren würde. „Die Gemeinde ist froh, dass es jemanden gibt, der Geld in die Hand nimmt“, sagte er der
