Oldenburg - Unter den vielen Einfamilienhäusern in Krusenbusch wirkt die neue Adresse zunächst unauffällig, bis auf das große Trauerland-Schild im Fenster. Hier, im Beent­weg 36 A, hat der Verein für trauernde Kinder ein neues Domizil gefunden. Auch mit Hilfe der NWZ, wie Trauerland-Sprecherin Corinna Wermke sagt. „Kurz nachdem unser Hilferuf Mitte August in der Zeitung stand, kamen fünf Angebote bei uns an“, erzählt sie. „Alles sehr nette private Vermieter, die unsere Arbeit unterstützen wollten.“ Mit den Eigentümern des Hauses im Beentweg wurde der Verein sich schließlich einig. „Schon am 1. Oktober konnten wir die Schlüssel übernehmen“, freut sich Wermke.

Auf knapp 120 Quadratmetern hat Trauerland jetzt Platz für die Betreuung der Oldenburger Gruppe sowie der Angehörigen und ein Büro. Die Lage am Stadtrand hat sogar eher Vorteile. „Mit dem Thema Trauer im Kopf will man ja auch nicht unbedingt durch die Innenstadt laufen“, sagt Maria Völkel, die Leiterin der Oldenburger Trauergruppe. „Der Weg hier raus hilft vielen auch, den Kopf frei zu kriegen.“ Für Gruppenmitglieder aus dem Umland ist der Treff zudem über die nahe Autobahn gut erreichbar. Von den Nachbarn wurden die neuen Mieter sehr positiv aufgenommen. „Es haben sich viele erkundigt, wie sie helfen oder ehrenamtlich mitarbeiten können“, sagt Völkel.

Kernstück der neuen Räumlichkeiten ist der Gruppenraum, in dem die Kinder zwischen 4 und 12 Jahren im Sitzkreis über ihre Trauer sprechen, sich aber auch vielfältig beschäftigen können. Spiele, Bücher, eine Sofaecke und ein Spielzelt prägen den Raum. Daneben gibt es einen „Action-Raum“, in dem die Kinder zum Beispiel kickern oder aber am Boxsack oder mit Schaumstoff-Schwertern Aggressionen verarbeiten können, die natürlicher Teil ihrer Trauer sind. Die Küche ist als zusätzlicher Raum für kreatives Gestalten gedacht. Ein Küchenstudio stiftete dazu eine Einbauküche. Außerdem gibt es einen Angehörigenraum, in dem die Begleitpersonen der Kinder sich austauschen können, und ein Büro, das durch Corinna Wermke 20 Stunden in der Woche besetzt ist. „Hier arbeiten wir zurzeit auch an einem Schulungsangebot zur Trauerarbeit für alle Berufsgruppen im sozialen Bereich“, sagt Wermke.

Sprichwörtliches Neuland ist der Garten, der zum Haus gehört. „So etwas hatte noch keine unserer Gruppen, auch in Bremen nicht“, sagt Wermke. Er soll im Frühjahr hergerichtet und ein Fest veranstaltet werden. Eine Einweihung steht bereits vorher auf dem Terminplan: Am 1. Dezember feiert Trauerland mit Nachbarn, Mitarbeitern und allen Interessierten den Einzug. Ab Januar wird es auch eine Jugendtrauergruppe für Zwölf-bis 18-Jährige geben.

Bis dahin ist aber noch einiges zu tun, denn vieles ist noch provisorisch, wie etwa die frei von der Decke hängenden Glühlampen beweisen. „Vielleicht mag uns noch jemand mit Hausmeisterarbeiten freiwillig unterstützen “, hofft Corinna Wermke.